Einen ihrer heikleren Brüche erlebte die Berliner Zeitung nach dem Mauerfall. Die Welt war über Nacht eine andere geworden, aber die Redakteure waren geblieben und mussten ihren Beruf ziemlich neu lernen. Da gehörte die gleichzeitige Umstellung auf ein erstes Computersystem zu den kleineren Problemen. In der Kulturabteilung war die Chefin, Ehefrau eines Politbüromitglieds, eines Tages nicht mehr zur Arbeit gekommen. Ihr Nachfolger wurde 1990 Volker Müller. Er hatte Journalistik und Soziologie studiert, über die „Grenzen des Wachstums“ promoviert und war Kulturchef der Erfurter Tageszeitung Das Volk. Zuletzt hatte er beim SED-Zentralorgan Neues Deutschland gearbeitet, weshalb ihn das hochmütige Kulturressort der Berliner Zeitung eher skeptisch empfing.
Nachruf
Volker Müller: ein Kulturbürger alter Schule
Lange prägte er das Feuilleton der Berliner Zeitung mit Kompetenz und Feingefühl. Nun ist Volker Müller im Alter von 83 Jahren gestorben.
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Volker Müller
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