Volksbühne

Das Räuberrad soll verschwinden

Die Castorf-Crew will das Rad mit Beinen bis zum Sommer abbauen.

Ulrich Seidler
2 Min

Die Volksbühne teilt mit, dass der Designer Rainer Haußmann das Räuberrad vor dem Theater im Sommer, zum Ende der 25-jährigen Amtszeit Frank Castorfs abbauen will. Haußmann habe die Metallskulptur nach einer Idee des langjährigen, im Sommer 2015 verstorbenen Volksbühnen-Chefbühnenbildners Bert Neumann gebaut und 1994 aufgestellt.

Das Rad steht für Castorf

Das Rad mit Beinen ist einem Gauner-Zinken nachempfunden und wurde zum Logo der Volksbühne, es ziert die Beflaggung des Hauses, sämtliche Drucksachen sowie die berühmten Streichholzschachteln. Es steht somit für die Castorf-Ära.

Der Abbau sei die sauberste und klarste Lösung, sagte Volksbühnen-Chefdramaturg Carl Hegemann der Deutschen Presse-Agentur. Das sei auch der Wunsch von Noch-Intendant Castorf und vieler Mitarbeiter der Volksbühne. „Wenn das Rad stehen bleiben würde, würde das eine Kontinuität suggerieren, die es nicht gibt“, erklärte Hegemann. Das ist aus der Sicht der Castorf-Volksbühne verständlich. Es bleibt aber die Frage, wem das Rad eigentlich gehört. Es wurde doch sicher aus dem Etat der Volksbühne, also aus Steuermitteln finanziert.

Das Ding ist kein Denkmal

Carl Hegemann findet auf Nachfrage der Berliner Zeitung nicht, dass das die entscheidende Frage sei. Er wisse noch nicht einmal, ob Haußmann für die Skulptur überhaupt ein Honorar bekommen habe. Das Material habe seines Wissens nach das Theater zur Verfügung gestellt. Die Skulptur sei überhaupt nur als temporäre Installation und niemals als Denkmal gemeint gewesen. Das Ost-Schild auf dem Theaterdach werde übrigens auch abmontiert und weggeräumt, ebenso die kyrillische Pepsi-Reklame und der Bert-Neumann’sche Asphalt, unter dem das Zuschauerparkett ruhe wie unter einer Schneedecke. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) ist über den Vorgang informiert und äußert gegenüber der Berliner Zeitung Verständnis für die Entscheidung der Künstler: „Das Rad gehört zur Intendanz Castorf.“ Sein persönlicher Vorschlag wäre, es der theaterhistorischen Sammlung des Stadtmuseums zu überlassen. (mit dpa)  

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