Polizei

Volltrunkener Wachmann sollte Berliner Polizeiakademie beschützen

Der Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes hatte die Polizei wegen eines angeblichen Einbruchs gerufen. Doch die Beamten stellten etwas anderes fest.

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Ein Eingangschild weist auf die Polizeiakademie hin.

Ein Eingangschild weist auf die Polizeiakademie hin.

© Britta Pedersen/dpa

Dass die Berliner Polizei nicht selbst ihre Grundstücke bewacht, ist bekannt. Das übernehmen nicht eigene Leute, sondern private Sicherheitsunternehmen. Und nicht immer haben diese die zuverlässigsten Mitarbeiter.

Das zeigte sich in der Nacht zum Sonntag auf dem Gelände der Polizeiakademie an der Radelandstraße in Spandau. Der Mann hatte Nachtschicht, als er gegen 1 Uhr aufgeregt die Polizei rief, weil angeblich mehrere Türen offenstanden.

Beamte des Polizeiabschnitts 21 kamen in einem Streifenwagen mit Blaulicht angerast. Türen standen in dem Polizeiobjekt wohl nicht offen. Den Beamten fiel jedoch etwas anderes auf: die starke Alkoholfahne des Wachmannes. Sie ließen den Sicherheitsmitarbeiter deshalb pusten. Demnach hatte er einen Wert von über zwei Promille.

Eine Polizeisprecherin bestätigte den Vorfall am Montag auf Anfrage. Der Mann habe seinen Dienst beenden müssen.

„Die Sicherheit staatlicher Institutionen gehört in staatliche Hand. Das ist ein weiterer Fall, der deutlich macht, warum wir endlich eigenes zusätzliches Personal zur Sicherung unserer Liegenschaften brauchen“, sagt Benjamin Jendro vom Landesverband der Gewerkschaft der Polizei (GdP), der auf X den Fall öffentlich machte.

Kripo- und Schutzpolizisten müssen bei der Bewachung aushelfen

Aus Sicht seiner Gewerkschaft fehlt es an Mitarbeitern beim Zentralen Objektschutz der Polizei. Jendro fordert, dass sich Berlin bei den nächsten Verhandlungen für den Hauptstadtvertrag dafür einsetzt, dass der Bund sich an hauptstadtbedingten Aufgaben wie Objektschutz und Versammlungslagen stärker beteiligt.

Weil der Zentrale Objektschutz in Berlin nicht einmal genug Personal für die Bewachung von Botschaften hat, müssen diese Aufgaben derzeit auch zahlreiche Vollzugsbeamte der Schutzpolizei und der Kripo übernehmen. Sie fehlen bei der Verbrecherjagd.

Es ist nicht das erste Mal, dass es an Polizeiliegenschaften Vorkommnisse mit privaten Wachdiensten gab. So war bereits ins Polizeipräsidium am Platz der Luftbrücke eingebrochen worden. Und auf dem Kfz-Sicherstellungsgelände in Biesdorf hatten Einbrecher mehrmals Autos angezündet.

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