Der Prolog gibt den Ton vor für diesen Roman. Er enthält einen Konflikt zwischen Sohn und Mutter, der womöglich der Ursprung ihrer Probleme miteinander ist. Er macht klar, dass sie auf ihn etwas projiziert, womit eigentlich sie selbst sich beschäftigen müsste. Die Erwartungen sind geweckt, und Martin Piekar wird sie mit seinem Roman „Vom Fällen eines Stammbaums“ einlösen.
Er erzählt von einer polnischen Frau in Deutschland, die gern alles Polnische an und in sich aufgegeben hätte. Und die erst recht von ihrem Sohn erwartet, dass er nichts mit ihrer Herkunft zu tun haben will. Als er nach Polen fahren will, sagt sie voller Wut: „Ich bin Dojcze! Ich treume auf Dojcz und ich hasse diese Polen! Du bist keine Pole!“
Familienroman
„Vom Fällen eines Stammbaums“: Einen solchen Mutter-Sohn-Roman gab es noch nicht
Erst auf der Reise zu den Verwandten in Polen findet er Wurzeln. Martin Piekars Erzähler könnte Rache nehmen, aber seine Literatur ist Liebe. Die Kritik.
6 Min
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Martin Piekar
© Charlotte Werndt