Vor der Küste Omans breitet sich ein Ölteppich über eine Fläche von rund 390 Quadratkilometern aus. Das teilte die omanische Umweltbehörde am Montag laut der staatlichen Nachrichtenagentur ONA mit. Die Verschmutzung steht im Zusammenhang mit dem havarierten Tanker „Caroline Bezengi“, der vor den Hallaniyat-Inseln im Gouvernement Dhofar gestrandet ist.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters hatte das Schiff vor der Fahrt russisches Rohöl geladen. Der Ölteppich vor Oman reicht demnach nordöstlich der Inseln in Richtung Festland – und kommt laut ONA der Küste an seiner nächstgelegenen Stelle bis auf etwa sieben Kilometer nahe.
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Was steckt hinter dem Tanker „Caroline Bezengi“?
Der 274 Meter lange Tanker meldete erstmals am 8. Juni Schwierigkeiten – vor dem südjemenitischen Hafen Mukalla, wie Reuters unter Berufung auf zwei Quellen aus der maritimen Sicherheit berichtete. Erste Einschätzungen deuteten demnach auf eine Explosion an Bord hin. Die Ursache des Schadens ist laut Reuters unklar; Oman äußerte sich dazu nicht.
Die EU und Großbritannien haben den Tanker dem Bericht zufolge sanktioniert. Als Grund nannten sie demnach eine Beteiligung am Transport von Treibstoffen aus Russland. Reuters bringt das Schiff mit der sogenannten russischen „Schattenflotte“ in Verbindung: alternde, oft schlecht gewartete Tanker, mit denen westliche Sanktionen umgangen werden sollen.
Wie groß ist der Ölteppich?
Laut Umweltbehörde erstreckt sich die beobachtete Verschmutzung über rund 390 Quadratkilometer. Für die Überwachung und Bewertung nutzt die Behörde unter anderem Satellitenbilder, Umweltmodelle und Felduntersuchungen.
Wichtig ist eine Einordnung, die die Behörde selbst betont: Die Fläche von 390 Quadratkilometern entspricht nicht der Menge des ausgetretenen Öls. Sie bezeichnet nur das geografische Gebiet, in dem bei der jüngsten Analyse Verschmutzung festgestellt wurde. Wie viel Öl tatsächlich ausgetreten sei, hänge von vielen Faktoren ab – etwa der Dicke der Ölschicht, der Art des Öls, den Meeresströmungen und den Windverhältnissen.
Wohin bewegt sich die Verschmutzung?
Der Ölteppich bewegt sich nach Angaben der Umweltbehörde generell in nordöstliche Richtung. Innerhalb der kommenden 48 Stunden werde erwartet, dass er sich um etwa 121 Kilometer weiterbewegt.
Die Behörde erklärte jedoch: Dabei handle es sich um eine wissenschaftliche Prognose auf Basis von Modellen – nicht um eine tatsächliche Beobachtung. Wind, Meeresströmungen und die Seebedingungen könnten den Verlauf verändern.
Die dichteren Teile der Verschmutzung könnten sich nach den Analyseergebnissen in Richtung der Zufahrten zu Ras Madrakah bewegen. Deshalb würden ökologisch besonders wichtige Meeres- und Küstengebiete intensiv überwacht.
Wie groß ist die Gefahr für Küste und Meer?
Nach Worten von Abdullah bin Ali al-Amri, Vorsitzender der Umweltbehörde, bestehe nach derzeitigem Stand keine Sorge für kritische Einrichtungen wie Entsalzungsanlagen, ein Fischzuchtprojekt sowie wirtschaftliche und touristische Anlagen an der Küste. Das Meerwasser werde kontinuierlich untersucht.
Es seien keine Ölflächen oder Auswirkungen festgestellt worden, die die öffentliche Sicherheit gefährdeten, so al-Amri. Notfallpläne seien aktiviert, Flugzeuge verfolgten die Ölflächen täglich. Als besonders schützenswert nennt die Behörde Korallenriffe, Eiablageplätze von Meeresschildkröten sowie ökologisch bedeutsame Küstengebiete.
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