Von Lieferhemmnissen und Messfehlern

Geduldsspiel: Bis die Küche komplett ist

Julia Schmidt
3 Min

Ein Häuschen im Grünen ist für junge Familien erstrebenswert. So wollte auch Angelika Weinreich mit Mann und Kind Ende September 2006 in die eigenen vier Wände ziehen. Damit alles reibungslos läuft, bestellte sie schon im Februar die Einbauküche in einem Studio in Berlin-Buchholz.Gleich nach der Vertragsunterzeichnung stellte sich heraus, dass der erwählte Produzent die Unterschränke nicht in gewünschter Höhe produziert. Ein Studio-Inhaber schlug dann Hofemeier Einbauküchen vor. Den geforderten Aufpreis von 364 Euro zahlte die Frau zähneknirschend. Aber sie bekam keinen Plan mit den korrekten Maßen der einzelnen Teile. Die habe er nicht in seinem Computer, so der Chef. Aber bevor die Küche in Produktion gehe, würde der Hersteller einen schicken, damit die Käufer Maße und Schrankeinteilung überprüfen könnten. Wohl war dem Paar nicht, aber es verließ sich darauf.Mitte Juli erinnerte die Frau an die Pläne, da die Küche zwei Monate später geliefert werden sollte. Es stellte sich heraus, dass es Ärger zwischen den Inhabern (Brüder) gegeben hat. Der eine hatte falsch berechnete Verträge abgeschlossen. In ihrem Fall seien die Elektrogeräte nicht beachtet worden. Sie könne aber auch vom Vertrag zurücktreten, bekäme die Anzahlung zurück. Die Zeit bis zum Umzug war jedoch zu kurz, um woanders eine Küche zu bestellen.Also wurde ein neuer Vertrag unterschrieben. Mit zusätzlichen Kosten, aber Abstrichen. Fünf Monate dauerte es von der Bestellung bis das Küchenstudio den Auftrag beim Produzenten auslöste. Eine Zitterpartie. Pünktlich geliefert wurde zwar, aber es fehlten einige Teile. Schranklose Türen in der Küche sind gefährlich, wenn ein Kleinkind im Haus ist. Anrufe beim Studio - "Wir kümmern uns drum." - und direkt beim Hersteller - "Wir rufen zurück.". Nichts geschah. Ansonsten sehr zufrieden mit der Küche, wollte sich Angelika Weinreich nicht mehr veralbern lassen.Anfang Dezember erfuhr die Ombudsredaktion von dem Problem. Beim Gespräch mit dem Küchenstudio gab es Ausflüchte und Versprechen. Hofbauer Einbauküchen reagierte jedoch sofort und entschuldigte sich. Wegen Umstrukturierungen und Problemen mit Zulieferern im Ausland sei es zu längeren Lieferzeiten gekommen. Zwar kamen die Türen nicht mehr im Dezember, sie wurden am 10. Januar eingebaut. Aber nun fehlten die Griffe, die beim Küchenstudio sein müssten. Da dieses inzwischen Insolvenz angemeldet hatte, rief Frau Weinreich beim Produzenten an. Als Privatkunde könne sie zwar keine Griffe direkt bestellen, wurde ihr freundlich mitgeteilt, aber wegen des Ärgers vorher würde man ihr diese schenken. Selbst montiert ist die Küche nun endlich komplett.Plötzlich fordert der Insolvenzverwalter 50 Euro für die Griffe, die vom Küchenstudio weder geliefert noch montiert wurden ... (jus.)

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