Die neun Bücher, die an diesem Nachmittag auf einem kleinen Tisch im Berliner Westen liegen, sind keine bibliophilen Kostbarkeiten oder seltenen Erstausgaben. Sie sind alt, angestoßen, die Seiten vergilbt, die Buchumschläge abgegriffen. „Aber für mich, für unsere Familie sind sie ein Schatz“, sagt Paul Chodziesner.
Restitution
Von Nazis geraubt, in Berlin gerettet: Die Bücher der jüdischen Familie Chodziesner
Mehr als 3000 Bücher, die einst deportierten Juden gehörten, behütete ein Unternehmer. Er übergab sie der Forschung. Und nun auch den Nachfahren von Holocaust-Opfern.
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Rückgabe in Berlin: Der Unternehmer Manfred Wolff (l.), dessen Adoptivvater die Bücher der deportierten Juden im Sommer 1945 entdeckte, und Paul Chodziesner, der aus Melbourne anreiste. Er nahm neun Exemplare, die einst seinem Urgroßvater Ludwig Chodziesner und dessen Tochter, der Dichterin Gertrud Kolmar, gehörten, in Empfang.
© Volkmar Otto