Echt fühlt sich Berlin auf der Mühlenstraße zwischen Oberbaumbrücke und Ostbahnhof nicht an. Der Gedanke, hier freiwillig entlangzuschlendern, liegt mir fern. Zwischen all den Neubauten, Hotels und dem Uber-Eats-Ufo wirkt selbst das Stück Mauer der East Side Gallery wie für Touristen inszeniert. Natürlich weiß ich, dass es nicht so ist. Doch Berlin scheint mir hier ein Fremdkörper: viel Kommerz, wenig Lebensgefühl.
Wann immer ich doch mal in der Gegend unterwegs bin, gucke ich allerdings fasziniert auf den massiven Getreidespeicher, der sich am Ende der Mühlenstraße befindet. Er wurde 1907 erbaut, diente als Kühlhaus und Getreidesilo für Waren, die auf der Spree transportiert wurden. Später war er eine Beobachtungs- und Kontrollstation, weil er sich direkt auf dem Mauerstreifen im Grenzgebiet zu West-Berlin befand.
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Food & Drink
Ein fast vergessenes Berlin-Gefühl: Zum Dinner im Private Roof Club in Friedrichshain
Unsere Gastrokritikerin war im Speicher auf der Mühlenstraße und befürchtete Schlimmes. Doch wo früher eine gruselige Großraumdisco war, überraschte man sie mit einem tollen Dinner.
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Fein speisen im Private Roof Club: Konfierter Kabeljau mit gebratenen Trauben, Rübstiel und Shimeji-Pilzen
© Peyman Farahani