Urlaubssemester: Aus wichtigen Gründen können Studierende auf Antrag für bis zu zwei Semester hintereinander vom Studium beurlaubt werden, jedoch nicht im ersten Fachsemester. Solche wichtigen Gründe sind zum Beispiel Krankheit, Wehrdienst, Schwangerschaft oder Auslandsstudium. Es gibt in der Zeit kein Bafög, es sei denn für ein Semester im Ausland. Man behält seinen Studienplatz, ohne Studienleistungen ablegen zu müssen. Versicherungsrechtlich sind beurlaubte Studierende aber keine Studenten, dürfen also auch keine steuergünstigen und versicherungsfreien Studentenjobs annehmen. Im gesamten Studium sind maximal vier Urlaubssemester möglich. Informationen unter: www.studis-online.de/Studieren/urlaubssemester.php.Viertelparität: Wird seit Jahren von Studentenvertretern gefordert. Dahinter verbirgt sich die gleichmäßige Stimmenverteilung der vier Statusgruppen der Universität in den Gremien. Professoren, Studenten, wissenschaftliche Mitarbeiter und Verwaltungsmitarbeiter sollen künftig zu je einem Viertel im Akademischen Senat sowie in Instituts- und Fakultätsräten vertreten sein. Bisher haben die Professoren immer eine Stimme mehr als alle anderen Gruppen zusammen. Das wurde 1973 vom Bundesverfassungsgericht festgelegt, damit die Professoren in Fragen von Lehre und Studium die Mehrheit haben. Bisher sind alle Versuche gescheitert, die Viertelparität in Berlin durchzusetzen - sowohl an den Universitäten selbst, als auch über die Änderung des Hochschulgesetzes, wie es die rot-rote Koalition anstrebte. Die jüngsten bundesweiten "Bildungsstreiks" 2009/10 haben die Forderung wieder aufgegriffen.Workload: Neudeutscher Begriff für alle Leistungen, die ein Student im Studium zu erbringen hat, gemessen in Arbeitszeit. Dazu gehören Veranstaltungszeiten, Selbststudium, Prüfungen, Praktika. Der Workload erfasst den erwarteten Arbeitsaufwand und wird in Leistungspunkten gemessen. Ein Punkt entspricht etwa 30 Arbeitsstunden. Für den Erwerb des Bachelors sind insgesamt 180 Leistungspunkte, für den Master noch einmal 120 Leistungspunkte notwendig.X: Ein X für ein U vormachen lassen - das sollte man an der Universität nicht. Doch wie lernt man, kritisch mit dem neuen Wissen, der fremden Akademikersprache und dem ungewohnten Alltag umzugehen? Viele bluffen. Ja, vorgespieltes Insidertum scheint so weit unter Professoren und Studenten verbreitet zu sein, dass sogar ganze Bücher darüber erschienen. Eines der bekanntesten ist "Uni-Angst und Uni-Bluff" des Autors Wolf Wagner, das schon 1977 erschien und seitdem zum Klassiker wurde (neu herausgegeben 2007 im Rotbuch-Verlag Berlin). Es vermittelt neben aller Kritik auch eine Strategie, wie man trotz allem "genussvoll und effektiv studieren" kann, wie man blufft, "ohne sich selbst zu bluffen". Ein kleiner Tipp!Y-Modell: Dahinter verbirgt sich ein Vorschlag an der TU Berlin. Dort überlegte man, wie man Studenten ein vierjähriges Bachelor- und ein zweijähriges Masterstudium bieten kann, obwohl ein Studium bis zum Master insgesamt nicht länger als fünf Jahre dauern soll. Die Lösung: Erst einmal studieren alle gemeinsam. Nach drei Jahren Bachelorstudium werden die Studenten befragt. Wer "nur" eine Berufsausbildung will, schließt ein viertes Jahr bis zum Bachelor an. Wer eine akademische Laufbahn anstrebt, beginnt ein zweijähriges Masterstudium. In Spanien und Schweden wird das Modell der Weggabelung in Form eines Ypsilons bereits genutzt. Die TU Berlin führt es in den Studiengängen Nachwachsende Rohstoffe, Landschaftsplanung sowie Luft- und Raumfahrt ein.Zweitstudium: Dieses folgt immer auf ein regulär beendetes Studium und ist nicht zu verwechseln mit einem parallelen Studium oder mit einem Master, den man auf einen Bachelor draufsattelt. Es lohnt sich, wenn man in seinem Leben eine ganz neue Richtung einschlagen oder aus einer Chancen-Sackgasse herauskommen will. Für das Zweitstudium stehen an Unis etwa zwei bis vier Prozent aller Studienplätze zur Verfügung. Für die Aufnahme werden das Prüfungsergebnis des Erststudiums und die Gründe für das Zweitstudium gewertet. Weiteres unter: www.studium-ratgeber.de/zweitstudium-infos.php.------------------------------Foto: Um den nötigen Workload hinzukriegen, muss man schon viel Zeit mit dem Studieren zubringen.
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