Alle Daten, die das Land Berlin von seinen Bürgern und Unternehmern gespeichert hat, sind nicht sicher. Also auch Wohngeldanträge, Kontonummern, Krankenakten, Führerscheine, Uni-Noten, Strafsachen oder Steuerdaten. Die Berliner Datenschutzbeauftragte Meike Kamp warnt die Bürger der Stadt, nun nach dem Hackerangriff vom August besonders vorsichtig zu sein. Doch die Warnung sollte man als Berliner eher als Daueralarm begreifen.
Tatsächlich ist der Datenraub der Rhysida-Hacker ja nicht der erste Terrorangriff auf Berlin: 2019 schlich sich der Trojaner Emotet ins Kammergericht ein, dann der Conti-Ransomware-Angriff auf die TU Berlin 2021, die DDoS-Welle der russischen Killnet-Hacker auf die Berliner Verwaltung 2022, die ITDZ-„Störung“ 2023 oder die Cyberangriffe auf Berliner Kliniken 2024 und die Verseuchung der IT der Justizverwaltung 2025. Und eben diesen Sommer das Justiz-Chaos im Juli und die Rhysida-Attacke vom August – der IT-GAU mit Ansage.
Alle Landesregierungen haben hier in den letzten Jahrzehnten versagt. Weder Klaus Wowereit, Michael Müller, Franziska Giffey (alle SPD) noch Kai Wegner (CDU) konnten Berlins Cyberspace sichern. Wie konnte es so weit kommen? Und wie kann der nächste Senat unsere Daten und den Betrieb der Verwaltung schützen?
„Staatsversagen“
Von Wowereit bis Wegner: So baute sich die Berliner IT-Krise zum Tsunami auf
Die Politik missachtete über Jahre ihre eigenen IT-Strategien und Gesetze. Dann kam es zum Eklat. Doch die zuständigen Behörden hüllen sich weiter in Schweigen.
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Kai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister von Berlin: Farbenfrohe IT-Strategien und die triste digitale Realität.
© Sebastian Christoph Gollnow/dpa