Vor seiner Befragung bei der Enquete-Kommission des Bundestags zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie hat Ex-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) seine Maskenbeschaffung verteidigt. „Masken waren weltweit nicht zu kriegen, es war Wild West“, sagte Spahn im ARD-„Morgenmagazin“. Dabei räumte er ein, nicht dem Vergaberecht gefolgt zu sein.
Man habe zwar zu viel an Desinfektionsmitteln, Beatmungsgeräten, Impfstoffen und Schutzmasken beschafft. „Aber wir wollten in der damaligen Lage eben vorsorgen für alles, was kommen konnte. Wir hatten am Anfang von allem zu wenig und am Ende von allem zu viel – besser als andersherum“, sagte Spahn weiter.
Auf die Frage, welcher der größte Fehler sei, den er gemacht habe, antwortete Spahn: „Da gibt es nicht den einen Fehler.“ Man habe mit großer Schnelligkeit und unter großem Druck Entscheidungen getroffen. Es habe wohl jeden Tag Entscheidungen gegeben, „die man heute anders machen würde“, sagte Spahn weiter.
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Er erinnerte im ARD-„Morgenmagazin“ an Engpässe zu Beginn der Pandemie. In der Bundesregierung sei damals gemeinsam entschieden worden: „Es soll lieber Geld kosten als Menschenleben.“ Deutschland habe für 5,7 Milliarden Schutzmasken 5,9 Milliarden Euro bezahlt, also gut einen Euro pro Maske. Andere Länder hätten mehr ausgegeben.
Der Ex-Gesundheitsminister und heutiger Unionfraktionschef soll an diesem Montag die Fragen der Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der Pandemie beantworten. Das Gesundheitsministerium hatte 2020 Masken zu hohen Kosten bestellt, eine Entscheidung, für die Spahn in dem Bericht der Sonderbeauftragten Margaretha Sudhof (SPD) deutlich kritisiert wurde. Die Vorwürfe richten sich insbesondere dagegen, dass Spahn das Logistikunternehmen Fiege aus seiner münsterländischen Heimat ohne Ausschreibung einen Auftrag zur Maskenbeschaffung erteilt habe.
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