Vor Hit in Würzburg

Arigbabu schwärmt von Albas Wir-Gefühl

Was dem Ex-Berliner Arigbabu an Albas Basketballern gefällt

Christian Kattner
3 Min
Als Co-Trainer in Würzburg aktiv: Stephen Arigbabu.

Als Co-Trainer in Würzburg aktiv: Stephen Arigbabu.

© imago/Becker

Der Moment des Telefonats war nahezu perfekt. Stephen Arigbabu befand sich gerade im Videostudium, das Spiel Rasta Vechta gegen Alba Berlin flimmerte gerade auf dem Monitor. „Ich habe mehrmals nachgezählt, wie viele Berliner auf dem Feld stehen und hatte einen Flashback, wie das früher bei uns gewesen ist“, erzählte Arigbabu in Vorbereitung auf das kommende Spiel. Der ehemalige Alba-Profi ist im zweiten Jahr Co-Trainer in Würzburg und wird am Sonnabend um 20.30 Uhr in eigener Halle auf seinen ehemaligen Klub treffen.

Und das, was dort gerade passiert, begeistert ihn. Insbesondere die Leistung der jüngeren Spieler. „Die Jungs spielen, weil sie gut genug sind. Das sind keine Quotendeutschen, sondern richtig gute Jungs. Die haben keine Angst“, schwärmt Arigbabu, wenn er Franz Wagner, Tim Schneider, Jonas Mattisseck oder Bennet Hundt auf dem Feld sieht. Und irgendwie werden dabei bei ihm Erinnerungen wach. Damals vor gut 20 Jahren spielten an seiner Seite mit Marko Pesic, Henning Harnisch, Henrik Rödl oder Drazan Tomic bereits deutsche Nationalspieler, Mithat Demirel und Stipo Papic gehörten noch mit einer Doppellizenz zu dem Team, das in der Saison 1996/97 erstmals in der Vereinsgeschichte Deutscher Meister wurde. Noch immer hält er Kontakt zu Geschäftsführer Marco Baldi und Co-Trainer Thomas Päch. „Das Herz ist irgendwie immer Alba, einmal Alba, immer Alba“, sagt er.

Heute noch Kontakt zu Baldi und Päch

Die Spiele des ehemaligen Vereins verfolgt er aber auch aus einem anderen Grund mit Interesse. Arigbabu ist für den Deutschen Basketballbund tätig. In den Nachwuchsnationalteams und aktuell in der A2-Nationalmannschaft hat er es in den vergangenen Jahren immer mit Spielern aus Berlin zu tun gehabt. Johannes Thiemann, Kenneth Ogbe oder Schneider waren bei zahlreichen Lehrgängen dabei. Die Tatsache, dass Spieler in Berlin schon in jungen Jahren viel Einsatzzeit und Verantwortung bekommen, helfe auch den Nationalteams. „Jede Sekunde, die die Jungs spielen, hilft bei der U20 und der A2“, sagt Arigbabu, „Spieler, die auch am Ende des Spiels auf dem Feld stehen und nicht nur hinten auf der Bank sitzen, werden immer besser. Das ist eine Qualität, die du nicht im Training simulieren kannst.“

Ein starkes Alba hilft also auch dem deutschen Basketball. Für die kommenden Länderspiele in den nächsten zwei Wochen stellt der Klub drei Akteure ab – so viel wie kein anderes BBL-Team. Das waren zur aktiven Zeit von Arigbabu in Berlin noch ein paar mehr, allerdings war die Liga in der Spitze damals nicht so breit aufgestellt.

Doch noch etwas sei genau so, wie zu seiner aktiven Zeit in der Hauptstadt: „Sie schaffen es noch immer, ein richtiges Wir-Gefühl aufzubauen“, sagt Arigbabu. Damit haben die Berliner trotz aller Verletzungssorgen in allen drei Wettbewerben 13 Siege bei drei Niederlagen geholt. Arigbabu traut dem Team viel zu, denn „Marco Baldi spielt nie, um Zweiter zu werden“, sagt er.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema