Wirtschaft

Fehler am China-Markt? Adidas trennt sich von CEO Kasper Rorsted

Der dänische Topmanager verlässt den Sportartikelkonzern im kommenden Jahr. Die Nachfolgesuche läuft bereits. Zuletzt war die Kritik an ihn lauter geworden.

Team News Alexander Schmalz lex
3 Min
Manager Kasper Rorsted wird Adidas 2023 verlassen.

Manager Kasper Rorsted wird Adidas 2023 verlassen.

© AP/Matthias Schrader

Trotz guter Geschäftszahlen verliert Kasper Rorsted im kommenden Jahr seinen Posten als Adidas-CEO. Der 60-Jährige und der Aufsichtsrat hätten sich im „gegenseitigen Einvernehmen“ darauf geeinigt, dass Rorsted im Jahr 2023 ausscheiden werde, teilt Adidas in einer Pressemitteilung mit. Die Suche nach einem Nachfolger habe bereits begonnen. Gründe, warum er seinen Job aufgibt, sind noch unklar.

„Unter Kasper Rorsteds Führung hat Adidas seine digitalen Fähigkeiten erheblich ausgebaut und die Online-Umsätze des Konzerns mehr als verfünffacht“, sagte Aufsichtsratschef Thomas Rabe. Adidas habe zudem seine Führungsposition in Sachen Nachhaltigkeit untermauert. Rorsted war unter anderem für den Verkauf der Marke Reebok verantwortlich, die für Adidas lange Zeit ein Sorgenkind war.

Rorsted werde bis zur Bestellung einer Nachfolge das Amt des Vorstandsvorsitzenden weiterführen und gemeinsam mit dem Aufsichtsrat und dem Vorstand für einen reibungslosen Übergang an der Spitze von Adidas sorgen, heißt es. Adidas-Aktien gaben nach der Ankündigung zeitweise um bis zu 4,2 Prozent nach. Das manager magazin hatte Rorsted zum Manager des Jahres 2019 gekürt, weil der Börsenwert des Sportartikelkonzerns seit seinem Amtsantritt bis dahin stark gestiegen war.

Fehler am China-Markt: Kasper Rorsted räumt Fehler ein

Zuletzt hatte der Topmanager die Prognosen für das Gesamtjahr jedoch gesenkt und angesichts der Umsatzeinbrüche auf dem wichtigen Markt China auch Fehler eingeräumt. Adidas hatte zuletzt vor allem wegen eines schwachen China-Geschäfts Boden gegenüber seinem Lokalrivalen Puma verloren. „Natürlich haben wir Fehler in China gemacht“, sagte Rorsted im Im Interview mit dem Handelsblatt. Adidas sei nicht gut genug darin gewesen, die Konsumenten zu verstehen. „So haben wir den Spielraum für chinesische Wettbewerber geöffnet, die das besser gemacht haben.“

Rorsted hatte den Posten bei Adidas 2016 übernommen. Zuvor war er Chef des Konsumgüterherstellers Henkel. Das „Manager Magazin“ kürte Rorsted zum Manager des Jahres 2019, weil der Börsenwert des Sportartikelkonzerns seit seinem Amtsantritt stark gestiegen war. Rorsted sprach von „externen Faktoren“, die das Geschäft in den vergangenen Jahren beeinträchtigt hätten. Diese zu bewältigen, habe viel Kraft gekostet. Adidas sei auf einem guten Weg. 85 Prozent der Märkte wüchsen um zweistellige Prozentsätze. (mit dpa)

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