Waffen-Lobbyist: Erbarmen mit Schreiber?

Der ehemalige Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber gehört zur Geschichte der alten Bundesrepublik wie der VW Käfer, die Spiegel-Affäre und die Rote Armee Fraktion. Er ist seit längerem so sehr – westdeutsche – Geschichte, dass nur noch ältere Zeitgenossen wissen dürften, dass Schreiber die Schlüsselfigur der CDU-Spendenaffäre in den 90er-Jahren war und unfreiwilliger Auslöser dieser Affäre, eine rücksichtslose, habgierige Figur, die durch Korruption und Steuerbetrug ihren Einfluss und ihr Kapital unappetitlich zu mehren verstand. Schreiber, der sich der Strafverfolgung zuerst durch Flucht in die Schweiz , dann nach Kanada entzog, hatte sich fintenreich gegen seine Auslieferung in die Bundesrepublik gewehrt. Als er dann schließlich doch noch im Jahr 2010 zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden war, hob der Bundesgerichtshof das Urteil auf, gestern nun verurteilte ihn das Landgericht Augsburg zu sechseinhalb Jahren – Schreiber hat seine erneute Revision bereits ...

BLZ
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Der ehemalige Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber gehört zur Geschichte der alten Bundesrepublik wie der VW Käfer, die Spiegel-Affäre und die Rote Armee Fraktion. Er ist seit längerem so sehr – westdeutsche – Geschichte, dass nur noch ältere Zeitgenossen wissen dürften, dass Schreiber die Schlüsselfigur der CDU-Spendenaffäre in den 90er-Jahren war und unfreiwilliger Auslöser dieser Affäre, eine rücksichtslose, habgierige Figur, die durch Korruption und Steuerbetrug ihren Einfluss und ihr Kapital unappetitlich zu mehren verstand. Schreiber, der sich der Strafverfolgung zuerst durch Flucht in die Schweiz , dann nach Kanada entzog, hatte sich fintenreich gegen seine Auslieferung in die Bundesrepublik gewehrt. Als er dann schließlich doch noch im Jahr 2010 zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden war, hob der Bundesgerichtshof das Urteil auf, gestern nun verurteilte ihn das Landgericht Augsburg zu sechseinhalb Jahren – Schreiber hat seine erneute Revision bereits angekündigt.

Das alles klingt genauso trostlos wie es ist. Erheiternd wirkt nur, wie Schreibers Anwälte ihre Bitte um eine niedrige Strafe begründeten: Das Verfahren dauere nun schon entschieden zu lang. Dazu passt ein Advokatenscherz, der so historisch ist wie Schreiber selbst: Der Verteidiger eines Angeklagten, der seine Eltern ermordet hat, verlangt ein mildes Urteil; das Gericht möge bedenken, dass sein Mandant Vollwaise sei.

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