Ukrainekrieg

Waffenruhe-Frist verkürzt: Kreml reagiert auf Trumps Ultimatum

Nach Trumps Fristverkürzung für ein Einlenken im Ukrainekrieg reagiert der Kreml verhalten. Man nehme die Aussagen zur Kenntnis, betone aber: Die „militärische Spezialoperation“ gehe weiter.

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Kremlsprecher Dmitri Peskow

Kremlsprecher Dmitri Peskow

© Ulf Mauder/dpa

Der Kreml hat am Dienstag zurückhaltend auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump reagiert, die Frist für eine Waffenruhe im Ukrainekrieg drastisch zu verkürzen. Moskau nehme Trumps Aussagen „zur Kenntnis“, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax. „Die Spezialoperation läuft weiter. Wir bleiben dem Friedensprozess verpflichtet – unter Wahrung unserer Interessen.“

Trump hatte am Montag bei einem Besuch im Vereinigten Königreich angekündigt, die von ihm gesetzte 50-Tage-Frist für ein Einlenken Russlands auf „zehn oder zwölf Tage“ zu verkürzen. Er sei enttäuscht von Präsident Wladimir Putin und nicht länger an Gesprächen interessiert. Kiew reagierte positiv, Moskau demonstrativ unbeeindruckt.

Russlands Ex-Präsident warnt Trump vor Krieg

Auf die Frage, wie der Kreml Trumps Aussagen werte, sagte Peskow: „Ich möchte mich mit Bewertungen zurückhalten.“ Auch ein mögliches Treffen zwischen Trump und Putin sei derzeit nicht in Planung.

Bereits am Vortag hatte Ex-Präsident Dmitri Medwedew Trumps Vorgehen auf der Plattform X als „Ultimatumspiel“ kritisiert und vor einer direkten Konfrontation mit den USA gewarnt. Russland sei nicht Israel oder Iran, schrieb Medwedew, und „jede neue Frist ist ein Schritt in Richtung Krieg“.

Andrij Jermak: „Putin versteht nur Stärke“

Kiew begrüßte Trumps Ankündigung. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach auf X von einem „klaren Signal zur richtigen Zeit“ und bedankte sich für Trumps Fokus auf „das Beenden dieses schrecklichen Krieges“. Auch sein einflussreicher Stabschef Andrij Jermak lobte Trumps Vorgehen: „Putin versteht nur Stärke.“

Die Kämpfe gehen unterdessen unvermindert weiter. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe schoss Russland in der Nacht 37 Drohnen und zwei Raketen ab, 32 davon wurden abgefangen. Ein russischer Luftangriff auf eine Justizvollzugsanstalt in der südukrainischen Region Saporischschja forderte mindestens 17 Tote. Insgesamt seien innerhalb von 24 Stunden 22 Menschen durch russische Angriffe getötet worden, so Präsident Selenskyj.

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