Die Kanadier entscheiden am heutigen Montag, ob sie die zehn Jahre währende Macht der Liberalen Partei verlängern oder die Kontrolle an die Konservativen übergeben wollen. Es treten der neue Premierminister Mark Carney und der populistische Oppositionsführer Pierre Poilievre gegeneinander an. Die Wahl ist auch eine Art Referendum über jemanden, der nicht einmal Kanadier ist: Donald Trump.
Der Präsident der USA provozierte die Kanadier am Wahltag mit einem Social-Media-Post, in dem er suggerierte, er stünde ebenfalls als Kandidat auf dem Wahlzettel. Trump bekräftigte in seinem Onlinedienst Truth Social seinen Plan, Kanada zum 51. US-Bundesstaat zu machen. Entsprechend rief der Republikaner die Kanadier dazu auf, ihn zum Präsidenten des vergrößerten Staates zu wählen.
„Wählt den Mann, der die Kraft und Weisheit hat, eure Steuern zu halbieren, eure militärische Macht kostenlos auf das höchste Niveau der Welt zu heben“, appellierte Trump an die Kanadier. Sie würden „null Zölle oder Steuern“ haben, „wenn Kanada der geliebte 51. Staat der Vereinigten Staaten von Amerika wird“, schrieb Trump.
Die Bildkombination zeigt den kanadischen Premierminister und liberalen Parteichef Mark Carney (l.) und den kanadischen konservativen Parteichef Pierre Poilievre.
© Geoff Robins/Peter Power/AFP
Poilievre fordert Trump auf: „Halten Sie sich aus unserer Wahl heraus“
Kanadas Oppositionsführer Poilievre reagierte auf Trump mit einem eigenen Post. „Präsident Trump, halten Sie sich aus unserer Wahl heraus. Die einzigen, die über die Zukunft Kanadas entscheiden, sind die Kanadier an der Wahlurne“, postete Poilievre. „Kanada wird immer stolz, souverän und unabhängig sein, und wir werden NIEMALS der 51. Bundesstaat sein.“
Trumps Zollpolitik und seine Drohungen mit einer Annexion hatten der regierenden Liberalen Partei von Premierminister Carney einen Höhenflug beschert. Sie lag zuletzt in Umfragen knapp vier Punkte vor der Konservativen Partei von Poilievre. Trumps aggressive Zollpolitik und sein wiederholt geäußerter Plan, Kanada zum 51. Bundesstaat der USA zu machen, brachten einen spektakulären Meinungsumschwung.
Der seit Mitte März regierende Carney – Parteifreund und Nachfolger des langjährigen Premiers Justin Trudeau – richtete den Wahlkampf ganz auf Trump aus. Der 60-Jährige präsentierte sich als der beste Kandidat, um es mit dem Präsidenten der USA aufzunehmen.
Carney bestätigt: Habe mit Trump über die Aufnahme Kanadas in die USA gesprochen
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