Die Union hat von allen im Bundestag vertretenen Parteien Wahljahr 2025 die meisten Einnahmen durch Großspenden gehabt. Gemeinsam kamen CDU und CSU auf fast 7,9 Millionen Euro, dabei entfielen auf die CDU etwas mehr als 6,6 Millionen und auf die CSU gut 1,2 Millionen Euro.
Die SPD erhielt dagegen nur 2,3 Millionen, die Grünen erzielten knapp 1,2 Millionen und die Linke 300.000 Euro. Das ergeben die vom Bundestag veröffentlichten Zahlen.
Aufsehen um AfD-Spendenaffären
Mit Einnahmen von gut 5,1 Millionen Euro kam nur die AfD in die Nähe der Union. Allerdings ist bei ihr eine Großspende von 2,35 Millionen Euro umstritten. Die Bundestagsverwaltung hat diese wegen des Verdachts auf eine unzulässige sogenannte Strohmann-Spende einbehalten. Die AfD klagt gegen diese Entscheidung und will das Geld zurück.
Im April dieses Jahres zahlte die AfD der Bundestagsverwaltung 2,35 Millionen Euro überwiesen. Der Betrag soll „zur Verwahrung“ gezahlt worden sein. In diesem Jahr sorgte eine weitere Spende für die AfD für Aufsehen. Die Böttcher AG sorgte im Februar für Schlagzeilen. Böttcher selbst hatte einem Bekannten, dem früheren Aufsichtsrat Horst Jan Winter, Geld gespendet – für eine Therapie nach einer schweren Erkrankung, wie Böttcher sagt. Winter hatte anschließend eine größere Geldsumme an die AfD gespendet. Böttcher wurde danach vorgeworfen, einen Strohmann für eine AfD-Spende eingesetzt zu haben. Die Böttcher AG zog nach heftiger Kritik Konsequenzen: Der Aufsichtsrat wurde entlassen, die Schenkung von Böttcher wurde mit Hinweis auf „groben Undank“ widerrufen.
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Politische Parteien finanzieren sich in Deutschland vor allem durch Mitgliedsbeiträge, Geld vom Staat und Spenden. Als Großspenden gelten Summen ab 35.000 Euro. Die Parteien müssen solche Beträge umgehend der Bundestagspräsidentin melden, die diese Angaben dann zeitnah veröffentlicht.
Auffallend ist, dass die Spender der CDU auch nach der Bundestagswahl vom 23. Februar treu blieben. Zwar ging auch bei ihr der Spendenfluss stark zurück, was nach Bundestagswahlen üblich ist. Doch Bundesschatzmeisterin Franziska Hoppermann konnte sich in den Monaten März bis Dezember immerhin über Großspenden im Umfang von fast 2,4 Millionen Euro freuen. Zum Vergleich: Bei der SPD steht hier eine Null. Für die Wahlkampfetats 2026 – ein Jahr mit fünf Landtagswahlen – kann das für die Union ein Vorteil sein.
FDP verzeichnet Großspenden von über 3 Millionen Euro
Dass hohe Spendeneinnahmen zwar helfen, die Wahlkampfkasse zu füllen, eine Partei aber nicht unbedingt retten, zeigt das Beispiel der FDP. Die Liberalen verzeichneten 2025 mit Großspenden von rund 3,2 Millionen Euro – davon rund 3 Millionen bis Ende Februar – ein exzellentes Ergebnis im Vergleich zu den anderen Parteien. Sie flogen bei der Bundestagswahl aber trotzdem mit 4,3 Prozent der Zweitstimmen aus dem Parlament.
Ein Sonderfall bei den Spenden ist der Südschleswigsche Wählerverband (SSW). Die Partei der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein sitzt mit einem Abgeordneten im Bundestag. Sie erhält regelmäßig Zahlungen des dänischen Kulturministeriums. Mit den Parteispenden von Unternehmen, Verbänden und Einzelpersonen für die anderen Parteien ist das nicht vergleichbar.
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