Ein Mann, der im Februar vor der Bundestagswahl Wahlplakate im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf beschädigt haben soll, soll offenbar von Russland angeheuert worden sein. Wie der Spiegel berichtete, ertappte die Berliner Polizei den 33-Jährigen in der Nacht auf den 3. Februar.
Was die Beamten zunächst für einen Routinevorgang hielten, soll sich jedoch als brisanterer Vorfall entpuppt haben: Die Polizisten sollen bei dem Deutsch-Letten einen Zettel gefunden haben, auf dem mehrere Parolen notiert wurden, die ihm offenbar als Vorlage dienen sollten.
Weitere Sabotageaktion Russlands in Berlin im Dezember
Unter dem Stichpunkt „SPD“ habe sich der Eintrag: „Verspielt den Wohlstand unseres Landes“ befunden. Unter „Grüne“ soll die Parole: „Dein Land oder die Ukraine?“, gestanden haben. Informationen des Spiegels zufolge ermitteln inzwischen die Berliner Staatsanwaltschaft und der Staatsschutz des Landeskriminalamts wegen Sachbeschädigung. Vergangene Woche soll die Polizei die Wohnung des 33-Jährigen durchsucht haben.
Die Ermittler gehen offenbar dem Verdacht nach, dass der 33-Jährige gezielt angeheuert wurde, um den Bundestagswahlkampf zu beeinflussen. Der Fall passt laut Spiegel zu einem neuen Vorgehen russischer Geheimdienste. Diese rekrutieren zunehmend junge Männer, oft mit osteuropäischen Wurzeln, die gegen Geld Propagandaaktivitäten oder Sabotageakte in Europa begehen.
Sabotage von Tiefseekabeln durch Russland? Warum die Suche nach Beweisen so schwierig ist
Dutzende Autos in Berlin mit „Sei Grüner“-Stickern beklebt: Führt eine Spur nach Russland?
Im Februar wurde bekannt, dass hinter einer Sabotageserie aus dem vergangenen Dezember, bei der unter anderem im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick mehr als 90 Autos mit Bauschaum beschädigt wurden, auch Russland stecken soll. Unbekannte beklebten die Fahrzeuge außerdem mit Stickern, die das Konterfei des Grünen-Kanzlerkandidaten Robert Habeck zeigten. „Sei grüner!“, war auf den Aufklebern zu lesen. Der Spiegel berichtete, dass russische Saboteure hinter den Aktionen stecken sollen.
Die Aktionen sorgten bundesweit für Schlagzeilen. Genau dies war dem Spiegel-Bericht zufolge beabsichtigt. Sicherheitskreise sprechen laut dem Magazin von einer gezielten Kampagne mit der Absicht, im Bundestagswahlkampf Hass auf die Grünen und ihren Kanzlerkandidaten Habeck zu schüren und die Gesellschaft zu spalten. Konkret geht es bei den Spiegel-Recherchen um drei Saboteure, die am 11. Dezember – einen Tag, bevor die beschädigten Autos in Niederschöneweide entdeckt wurden – von der Polizei kontrolliert wurden. Sie waren den Informationen zufolge 20, 17 und 18 Jahre alt und hatten Ausweispapiere aus Serbien, Bosnien-Herzegowina und Deutschland. Die Polizei fand bei ihnen Material für Bauarbeiten, darunter mehrere Kartuschen mit Montageschaum. Sie durften weiterfahren. Die Polizei dachte an einen falschen Alarm, bis am darauffolgenden Tag die Berichte über die beschädigten Autos die Runde machten.
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