Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat sich am Freitagmorgen in einem Trockenanzug zum gestrandeten Buckelwal Timmy in die Ostsee begeben. Mit einem Boot der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ließ sich der 67-Jährige zu dem Tier in die Wismarbucht vor der Insel Poel bringen und stieg ins kalte Wasser.
„Es war mir wichtig, nah beim Wal zu sein. Man nimmt ihn ganz anders wahr als aus großer Entfernung“, sagte Backhaus der Bild. Gegen 9.30 Uhr sei der Ausflug aufs Wasser beendet gewesen. Zuvor habe er nur zwei bis drei Stunden geschlafen, sagte der Minister dem Blatt.
Der Buckelwal hält sich seit rund 25 Tagen in der Wismarbucht auf. Belastend seien für ihn auch Anfeindungen und Morddrohungen, von denen neben Helfern, Behörden und Wissenschaftlern auch er selbst betroffen sei, sagte Backhaus. Die Lage sei sehr emotional, weil viele Menschen unterschiedliche Auffassungen darüber hätten, ob der Wal gerettet werden solle oder nicht.
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Private Initiative übernimmt Rettungsversuch
Backhaus duldet, dass sich eine private Initiative an der Rettung des Tieres versucht. Fachleute deutscher Institutionen wie des Deutschen Meeresmuseums sind nicht beteiligt. Zum Team gehören unter anderem Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und die Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die das Vorhaben finanziell tragen. Beide sind bislang nicht durch Engagement im Tierschutz aufgefallen.
Zum Kern des Rettungsteams zählte zudem die Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert, Leiterin des Robbenzentrums auf der Insel Föhr. Nach einem medizinischen Notfall zu Beginn der Woche war sie mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen worden. Sie liege im Koma, hieß es am Freitag auf den Internetseiten des Zentrums. „Die Lage ist weiterhin ernst.“
Auch AfD-Unterstützer im Team
An der Initiative beteiligt sind nach Recherchen auch AfD-Sympathisanten. Der unter dem Namen Danny.firstclass in sozialen Netzwerken aktive Danny Hilse trat in der Vergangenheit als Mitorganisator des Bündnisses Gemeinsam für Deutschland in Niedersachsen auf, das im vergangenen Jahr für flächendeckende Grenzkontrollen und ein Ende der Unterstützung der Ukraine demonstriert hatte. Laut Polizei waren bei den Kundgebungen teils auch Personen aus der Reichsbürger- und Querdenkerszene anwesend.
Backhaus selbst gehört nicht zum Rettungsteam. „Wer nichts macht, macht auch keine Fehler“, hatte er am Mittwoch zum Vorgehen rund um den Wal gesagt. Er werde das Tier bis zum Schluss begleiten – bis zur Freiheit oder seinem Tod.
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