Am späten Sonntagabend mussten rund 30 Menschen in der Eifelstadt Monschau ihre Häuser räumen. Die Stadt Monschau hat die Evakuierung mehrerer Straßenzüge jetzt aufgehoben. Die Betroffenen aus den Bereichen Ruitzhof und Geisberg könnten „mit sofortiger Wirkung wieder in ihre Häuser zurückkehren“, teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch mit. Der Waldbrand im Hohen Venn nahe der deutschen Grenze ist das größte Feuer in der Geschichte Belgiens.
Seit Freitag hat es fast 3000 Hektar Vegetation vernichtet, und die Flammen rückten der deutschen Grenze bedrohlich nahe. Für die Anwohner der Straßen Ruitzhof und Geisberg galt der Aufruf zur sofortigen Evakuierung. Wie es zu der Räumung kam und wie die Lage aktuell ist.
Waldbrand im Hohen Venn: Warum Monschau evakuiert wurde
Die Einsatzleitung ordnete die Evakuierung am Sonntagabend an – vorsorglich, zum Schutz der Bevölkerung. Ausschlaggebend waren die Ausbreitung von Brand und Rauch sowie die aktuellen Wetterdaten. „Wenn der Wind dreht, haben wir auf jeden Fall eine starke Rauchbelastung“, sagte Franz-Karl Boden, Stellvertreter der Monschauer Bürgermeisterin.
Bei Westwind könne sich das Feuer zudem Richtung Osten – also nach Deutschland – bewegen. Die Feuerwehr sei darauf eingestellt und könne reagieren, sollten die Flammen näher kommen.
Betroffen sind laut Stadtverwaltung 17 Häuser mit maximal 30 Bewohnern im Ortsteil Kalterherberg. Das sagte eine Sprecherin der Monschauer Stadtverwaltung der Nachrichtenagentur AFP.
So lief die Räumung
Informiert wurden die Anwohner über die Warn-App Nina. Zusätzlich überbrachten Einsatzkräfte die Aufforderung, die Häuser zu verlassen, persönlich. Die meisten reagierten laut Boden verständnisvoll. „Die waren alle ruckzuck bereit zu gehen,“ sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
Nur in einem Fall sei „ein bisschen Diskussion“ nötig gewesen. Boden erklärte das mit der tagelangen Bedrohung: „Wenn man seit zwei Tagen diese Drohung aus dem Venn kommen sieht, dann ist man auch offen dafür“. Die sofortige Räumung am späten Abend sei „besser jetzt als mitten in der Nacht“ gewesen.
Nur 2500 Meter bis Deutschland – wie nah kam das Feuer?
Die allermeisten Betroffenen kamen bei Verwandten oder Freunden unter. Für alle anderen richtete die Stadt eine Betreuungsstelle in einer Schule in Simmerath ein. Diese Notunterkunft nutzten nur wenige: Vier Personen suchten laut Boden eine Auffangeinrichtung auf.
Am Sonntagnachmittag war die Lage angespannt. „Wenn wir das Feuer nicht eingrenzen können, könnte es Deutschland erreichen, wir sind nur noch 2500 Meter von der Grenze entfernt“, warnte der örtliche Feuerwehrchef Luc Burette.
Warum der Waldbrand so schwer zu löschen ist
Das Problem liegt im Untergrund. „Der Boden besteht aus Torf, an der Oberfläche ist Gras. Dadurch kann sich das Feuer schnell ausbreiten“, erklärte Burette im niederländischen Fernsehen.
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Dazu kommt das Wetter. Besonders zu schaffen mache den Einsatzkräften der starke und ständig drehende Wind, sagte der belgische Innenminister Bernard Quintin dem Sender RTL.
Springt das Feuer nach Deutschland über?
Zunächst etwas Entspannung: In der Nacht rückte das Feuer nicht weiter vor, zudem setzte leichter Regen ein. Man gehe derzeit nicht davon aus, dass die Flammen auf deutsches Gebiet überspringen, sagte Boden. Bei Tageslicht würden die Löscharbeiten wieder intensiviert, auch die Hubschrauber nähmen ihren Einsatz wieder auf.
Unterstützung kommt aus Deutschland: Die Feuerwehr Aachen und Wehren der Region helfen bei der Bekämpfung des Brands in Belgien. Zur Ursache ist bislang nichts bekannt. Die Staatsanwaltschaft Lüttich hat Ermittlungen zur Entstehung des Feuers aufgenommen.
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