Vor allem betroffen war die sibirische Region Jakutien (Republik Sacha) im Nordosten Russlands. Dort galt wie in insgesamt acht Regionen der Ausnahmezustand. In Jakutien brannten in dem Dorf Bjass-Kjuel mehr als 30 Wohnhäuser ab. Die Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Das Feuer breite sich wegen hoher Windgeschwindigkeiten rasend aus. Mehrere Ortschaften waren laut Behörden bedroht, darunter die Siedlung Sangar mit Öllagern.
Ganze Städte versinken im Rauch
In den sibirischen Regionen Irkutsk und Krasnojarsk versanken ganze Städte im Rauch, wie auf Bildern im russischen Staatsfernsehen zu sehen war. Betroffen von den Feuern waren auch viele andere Regionen. In der Stadt Sarow mit dem nationalen atomaren Forschungszentrum wurde der Ausnahmezustand verhängt. Im benachbarten Mordwinien brannten Teile eines Nationalparks. Landesweit waren fast 7000 Löschkräfte im Einsatz.
Russland droht die größte Waldbrandkatastrophe dieses Jahrhunderts. Der Experte Grigori Kuksin von der Umweltorganisation Greenpeace sprach im Radiosender Echo Moskwy von den schlimmsten Waldbränden in der Geschichte der russischen Wetterbeobachtung. Der Negativrekord des Jahrhunderts gab es demnach 2012 mit einer von Feuern zerstörten Fläche von 16 Millionen Hektar.
Waldbrände am Mittelmeer: Die Feuer wüten weiter
„Das hängt mit den zunehmenden Klimaveränderungen zusammen. Die Saison der Waldbrandgefahr wird immer länger, die Dürren kommen häufiger vor, dauern länger und sind intensiver“, sagte der Greenpeace-Forstexperte Alexej Jaroschenko. Er kritisierte, dass Gesetze, Geld und Personal zum Schutz des Waldes fehlten. Eine Greenpeace-Petition zur Rettung Russlands vor Waldbränden hatten bis Sonntag mehr als 240.000 Menschen unterzeichnet.
Greenpeace legte der Regierung in Moskau eine Liste mit Maßnahmen zur Reduzierung der Brände vor. So müssten etwa mehr Förster und Freiwillige eingesetzt und die Bürger über den Brandschutz aufgeklärt werden. Die Umweltbeschützer beklagen immer wieder, dass viele Feuer von Menschen verschuldet seien. Trotz Warnhinweisen wegen der Waldbrandgefahr zünden viele Russen Lagerfeuer in den trockenen Wäldern an.
Hochwasser am Fluss Amur
In der an China grenzenden Region um den großen Fluss Amur hingegen kämpften die Behörden mit Hochwasser nach massiven Regenfällen. Unter anderem mehr als 80 Kilometer Straße und sechs Brücken seien überflutet, 24 Ortschaften seien von der Außenwelt abgeschnitten, sagte der Verkehrsminister des Amur-Gebiets, Alexander Selenin, in Blagoweschteschensk.
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