Walmart, der weltgrößte Einzelhändler, hat sich einer wachsenden Liste von US-Unternehmen angeschlossen, die eine Diversity-Kehrtwende vollziehen. Der Konzern gab am Montag bekannt, dass er unter anderem bei der Vergabe von Lieferantenverträgen nicht mehr auf Ethnie und Geschlecht achten wird. Die Ankündigung erfolgte, nachdem der konservative Aktivist Robby Starbuck ein Video gepostet hatte, in dem er Walmart kurz vor dem Black Friday, dem umsatzstärksten Tag des Jahres, mit einer Kampagne für einen Kundenboykott drohte.
Unter anderem wird Walmart ab sofort den Begriff „DEI“, der für Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion steht, in offiziellen Mitteilungen nicht mehr verwenden. Walmart wird außerdem Schulungen für Mitarbeiter zum Thema Rassengleichheit einschränken, seine Unterstützung für Pride und andere LGBTQ-Veranstaltungen „überprüfen“. Zudem wird der Konzern nicht mehr am Corporate Equality Index der Human Rights Campaign, einer amerikanischen LGBTQ-Lobbyorganisation, teilnehmen. Der Corporate Equality Index bewertet Unternehmen anhand ihrer Unterstützung für LGBTQ-Richtlinien und bestraft diejenigen, die nicht mehr darin aufgenommen werden möchten. Die Organisation hatte angekündigt, dass sie weiterhin jedes Fortune-500-Unternehmen bewerten wird, unabhängig davon, ob es sich zur Teilnahme entschlossen hat, und dass sie den Firmen, die ihre Teilnahme zurückgezogen haben, Punkte abziehen wird.
Ein Walmart-Sprecher erklärte gegenüber Bloomberg, dass die Entscheidungen aus dem Wunsch heraus getroffen wurden, „ein Gefühl der Zugehörigkeit zu fördern und allen unseren Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten Türen zu öffnen“. Wie die Nachrichtenagentur berichtet, hatte Walmart, wie viele andere US-Unternehmen auch, „nach der Ermordung von George Floyd durch einen weißen Polizisten im Jahr 2020 zugesagt, mehr für People of Color zu tun“.
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In den letzten Monaten hatten mehrere Unternehmen, darunter Ford, Toyota und Harley-Davidson, ihren Rückzug aus dem Corporate Equality Index angekündigt. Die Berliner Zeitung berichtete darüber. Die Änderungen erfolgen, nachdem Robby Starbuck Social-Media-Kampagnen gestartet hatte, in denen er die frühere Unterstützung der Unternehmen für LGBTQ-Veranstaltungen, einschließlich Paraden und sogenannter Woke-Richtlinien, hervorhob.
Diesmal sagte Starbuck, er habe sich letzte Woche an die PR-Abteilung von Walmart gewandt und gefordert, dass der Konzern seine Unterstützung für LGBTQ-Anliegen und andere „DEI“-Initiativen zurückzieht. Er hatte gedroht, seine 700.000 Follower auf X zum Boykott des Einzelhändlers aufzurufen, wenn dieser keine Änderungen vornimmt. Ein Walmart-Sprecher bestätigte gegenüber Bloomberg, dass es in den letzten Tagen Gespräche mit Starbuck gegeben habe. Starbucks prominentester Unterstützer ist der Milliardär Elon Musk, der auf seiner Internetplattform X häufig Videos des sogenannten Anti-Woke-Aktivisten teilt.
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