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Arbeitskampf

Bundesweiter Bahnstreik beendet: Weiter Einschränkungen bei der Berliner S-Bahn

Bei der Bahn kam es am Freitagmorgen zu einem großen Warnstreik. Nicht nur der Zugverkehr stand still. Der Bahnverkehr normalisiert sich allmählich.

Team News dpa/AFP
3 Min
Eine S-Bahn am S-Bahnhof Jungfernheide.

Eine S-Bahn am S-Bahnhof Jungfernheide.

© Sabine Gudath

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat den bundesweiten Warnstreik im Fern- und Regionalverkehr am Freitagvormittag für beendet erklärt und ein positives Fazit gezogen. „In allen 50 Unternehmen haben wir massive Auswirkungen gehabt“, sagte Tarifvorständin Cosima Ingenschay. „Auf der Schiene und auch bei den Busbetrieben ist quasi nichts mehr gefahren.“

Die Beteiligung habe in etwa auf dem Niveau des ersten großangelegten Warnstreiks der EVG und Verdi von Ende März entsprochen. „Die Wut und Enttäuschung ist sehr groß, dass immer noch keine verhandlungsfähigen Angebote vorliegen“, sagte Ingenschay.

Bahnverkehr soll schnell wieder anlaufen

Die Bahnunternehmen hatten angekündigt, dass nach dem Ende des Warnstreiks am Freitag um 11 Uhr insbesondere der S-Bahn- und Regionalverkehr vergleichsweise schnell wieder anlaufen werde. Im Fernverkehr will die Deutsche Bahn ab 13 Uhr den Betrieb wieder aufnehmen. Mit deutlichen Auswirkungen sei indes noch bis in die Abendstunden zu rechnen, sagte ein Bahnsprecher am Morgen. 

Die Berliner S-Bahn teilte jedoch auf Twitter mit, dass es auch nach Streikende noch zu Einschränkungen im Bahnverkehr kommen könnte. Fahrgäste sollten sich laut S-Bahn vor Fahrtantritt weiter über Alternativen erkundigen.

Die Tarifverhandlungen im Bahnsektor sollen am kommenden Dienstag bei der Deutschen Bahn in Fulda weiter gehen.

Besonders Pendler waren betroffen

Auch in Berlin und Brandenburg hat am Freitag in den frühen Morgenstunden der Warnstreik im Bahnverkehr begonnen. Vor allem Pendlerinnen und Pendler dürften die Arbeitsniederlegung zu spüren bekommen haben: Beispielsweise zwischen Potsdam und Berlin war in den Morgenstunden absehbar weder ein Zug noch eine S-Bahn fahren. Auch für weitere Strecken aus brandenburgischen Orten nach Berlin gibt es zu den Regionalzügen und den S-Bahnen keine Alternativen – und damit Stillstand zumindest auf der Schiene. 

Die Berliner Verkehrsbetriebe sind von dem Warnstreik nicht betroffen – vor allem innerhalb der Hauptstadt dürften viele Menschen deshalb auf die Busse und U-Bahnen umsteigen. „Die BVG wird am Freitagmorgen die maximal mögliche Zahl und Größe von Fahrzeugen auf die Straßen und Schienen bringen“, teilte das Unternehmen vorab mit. „Trotzdem kann die BVG auch bei vollem Einsatz größere Ausfälle bei der S-Bahn natürlich nicht in vollem Umfang kompensieren.“ Die Fahrgäste wurden aufgerufen, die Hauptverkehrszeit am Morgen zu meiden.

Zum Warnstreik aufgerufen hat die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG. Sie verhandelt seit Ende Februar mit rund 50 Bahnunternehmen neue Tarifverträge, die Gespräche stocken allerdings. Mit der Arbeitsniederlegung am Freitag von 3 Uhr bis 11 Uhr wollte die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

Muss ich mich in den nächsten Wochen auf weitere Warnstreiks einstellen?

Das ist durchaus wahrscheinlich. Die EVG verhandelt derzeit in zweiter Runde nach und nach mit rund 50 Eisenbahn-Unternehmen. Mit der Deutschen Bahn ist das nächste Treffen für den kommenden Dienstag angesetzt. Sollte es dabei keine Einigung geben, kommen beide Seiten voraussichtlich erst Ende Mai wieder zusammen. Solange dauert es, bis die EVG auch mit den anderen Unternehmen verhandelt hat. Die Gewerkschaft hat zuletzt deutlich gemacht, dass Warnstreiks während Verhandlungsrunden jederzeit denkbar seien.

Verdi wiederum verhandelt am kommenden Samstag mit Bund und Kommunen über einen Schlichtungsvorschlag im öffentlichen Dienst. Sollte es dabei ebenfalls zu keiner Einigung kommen, sind eine Urabstimmung und unbefristete Streiks denkbar.

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