Im September 2018 wurde Nidal R. in Berlin-Neukölln auf offener Straße erschossen. Die Tat rief im Stadtteil Bestürzung hervor. Doch das öffentliche Trauern um einen verlorenen Bruder oder Freund führte bald darauf zu Maßregelungen seitens Politikern und Politikerinnen sowie der Medien. Ein deutsch-arabischer Mann, der zudem Straftaten begangen hat, verdiente keine Trauer. Darin schienen sich vom Neuköllner Bürgermeister bis zur Welt-Redaktion alle einig zu sein. Der verstorbene Nidal R. tauchte in Medienberichten eigentlich nie ohne den Zusatz „Intensivtäter“ auf – ganz so als würde das die Ermordung relativieren.
„Clan-Kriminalität“
Warum die Rede von „Clans“ in Neukölln eine Chiffre für rassistische Politik ist
Kaum ein Kampfbegriff hat die deutsche Dominanzkultur in den letzten Jahren so sehr beschäftigt wie der der „Clankriminalität“. Ein Kommentar.
Jorinde Schulz
12 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
„Clankriminalität“ ist ein umstrittener Begriff. Wir klären auf.
© Uroš Pajović