Kein Zweifel, die Sache ist nicht gut gelaufen. Für die Reformen nicht und für ihren Namensgeber schon gar nicht. Jawohl, wir sprechen von Hartz. Peter Hartz. Dem Agenda-Agenten von Gerhard Schröder und ehemaligen VW-Vorstand, der nun wegen Untreue unter Anklage steht. Er hat, das darf man bei allem Bekenntnis zur Unschuldsvermutung wohl sagen, einen wirklich schlechten Leumund in Deutschland. Darf so ein Mann noch für Reformen stehen,die das Land voranbringen sollen?Diese bewegende Frage hat die Bild-Zeitung gestellt und tatsächlich zwei Politiker gefunden, die sie ernsthaft beantwortet haben: Nein, das geht nicht, sagen der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, und die Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion, Irmingard Schewe-Gerigk, in feiner schwarz-grüner Harmonie. Und warum geht das nicht?"Peter Hartz hat sich so unmöglich gemacht,dass sein Name nicht mehr für politische Gesetze taugt", erklärt uns der Christdemokrat klipp und klar. Und die Grüne muss bei Hartz neuerdings immer an Rotlicht und Bestechung denken. Furchtbar. Da sollte man den Namen besser gar nicht mehr verwenden, findet sie.Tja. Woran denkt man beim Namen Hartz? Das dürfte erheblich von der konkreten persönlich-gesellschaftlichen Lage abhängen, um das einmal rein wissenschaftlich zu betrachten. Da gibt es gewiss eine gar nicht zu unterschätzende Zahl von Menschen, die unter Missachtung jeglicher Bedeutung des Buchstabens "t" zu allererst an ein deutsches Mittelgebirge denken. Und dann vielleicht an dick mit Schmalz beschmierte Schwarzbrotschnitten, gekrönt von ansehnlichen Scheiben eines heftig duftenden Harzer Rollers.Millionen aber werden vor allem an die kärglich bemessene Summe Geldes denken, die unter dem Titel Hartz IV allmonatlich auf ihr Konto gelangt. An Formulare, die peinlichste Auskunft über finanzielle und familiäre Verhältnisse verlangen. An allerlei Zumutungen und Beschwernisse, die ihnen unter dem schmucken, recht sozialpädagogisch daherkommenden Mäntelchen Fördern und Fordern begegnen.All das bedeutet heute vor allem "Hartz". Den Betroffenen dürfte es schnurzpiepegal sein, dass hinter diesem Begriff ein Unglücksrabe steht, der es weder mit seinen Ideen noch mit seinen Versprechen, weder mit dem Geld seiner Firma noch mit Anstand und Moral so genau genommen hat. Wer den Langzeitarbeitslosen etwas Gutes tun wollte, müsste die Sache ändern, nicht den Namen.Einstweilen aber wollen wir hoffen, dass Walter Riester, der mit der Rente, weiter ein so unbescholtenes Leben führt wie bisher. Das ersparte uns dumme Fragen.
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