Das Leben wird rauer, die Beziehungen der Menschen untereinander verändern sich. Das Gefühl, alles zerbrösele, breitet sich aus. Kristine Leithold, Sozialberaterin, besonders für russische, ukrainische und jüdische Migranten, nimmt in ihrem Alltag beunruhigende Veränderungen wahr: Einst selbstverständliche Dinge, namentlich solche im Sozialwesen, funktionieren nicht mehr wie gewohnt.
Die Ost-Berlinerin mit einem „Sozialarbeiter-Gen“ betreut seit Jahrzehnten Russen, viele Juden aus der früheren Sowjetunion und Ukrainer. In den 1990er-Jahren fanden 220.000 jüdische Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion in Deutschland Aufnahme; dazu kamen 2,4 Millionen sogenannte Spätaussiedler, deutschstämmige Menschen, deren Familien jahrhundertelang im Gebiet der einstigen Sowjetunion gelebt hatten.
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Gesellschaft
Warum verwahrlost Berlin? Verstörende Antworten einer Sozialberaterin
Sozialberaterin Kristine Leithold begegnet in ihrem Arbeitsalltag vielen krassen Notfällen. Ein Interview über Willkür auf Ämtern und die sozialen Veränderungen in der Stadt.
Maritta Adam-Tkalec
Maritta Tkalec
9 Min
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Straßenszene aus Neukölln: Vermüllung sieht man fast überall in Berlin.
© Emmanuele Contini/Berliner Zeitung