Was für ein Fleh-Brief, den Julian Assange vor der Krönung an Charles schrieb: „Bruder!“

Der australische Wikileaks-Gründer Julian Assange schildert das Leben im Londoner Belmarsh-Gefängnis und richtet eine große Bitte an König Charles.

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Der Wikileaks-Gründer Julian Assange bei Gericht in London.

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange bei Gericht in London.

© PA Wire

Julian Assange hat im Vorfeld der Krönung einen Brief an König Charles geschrieben, in dem er ihn einlädt, das britische Gefängnis zu besuchen, in dem der Wikileaks-Gründer seit mehr als vier Jahren gefangen gehalten wird: das Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Das berichtet die englische Zeitung Guardian.

Der Brief ist das erste Dokument, das Assange seit seiner Zeit im Belmarsh-Gefängnis in London verfasst und veröffentlicht hat, er schreibt darin über die Schrecken seines Lebens im Gefängnis. „Man kann eine Gesellschaft wirklich daran messen, wie sie ihre Gefangenen behandelt, und Ihr Königreich hat sich in dieser Hinsicht sicherlich hervorgetan“, heißt es in dem Brief.

Sarkastisch verweist Assange auf die „kulinarischen Freuden“, mit einem Budget von zwei Pfund pro Tag zu essen. „Als politischer Gefangener, der zum Vergnügen Eurer Majestät im Namen eines in Verlegenheit gebrachten ausländischen Souveräns festgehalten wird, fühle ich mich geehrt, in den Mauern dieser Weltklasse-Institution zu leben.“ 

Julian Assange erinnert König Charles an die Bibel

„Abgesehen von den kulinarischen Genüssen ... werden Sie auch die Gelegenheit haben, meinem verstorbenen Freund Manoel Santos die letzte Ehre zu erweisen, einem schwulen Mann, dem die Abschiebung nach Bolsonaros Brasilien drohte und der sich nur acht Meter von meiner Zelle entfernt das Leben nahm, wofür er ein Seil aus seinen Bettlaken benutzte.“ Wenn Charles genau hinhöre, würde er vielleicht die Schreie der Gefangenen hören: „‚Bruder, ich werde hier drin sterben‘ -  ein Zeugnis für die Qualität des Lebens und des Todes in Ihrem Gefängnis“, schreibt Assange. „Ich beschwöre dich, König Charles, das Belmarsh-Gefängnis seiner Majestät zu besuchen, denn es ist eine Ehre, die einem König gebührt.“

Sein Brief ist aber auch ein Gnadengesuch: „Mögen Sie sich zu Beginn Ihrer Regentschaft immer an die Worte der King James Bibel erinnern: ‚Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen‘. Und möge die Barmherzigkeit das führende Licht deines Königreichs sein, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Mauern von Belmarsh.“

Erstmals alle Führer der großen australischen Parteien für Beendigung von Assanges Haft

Am Freitag haben sich zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt die Führer der großen australischen Parteien öffentlich für die Beendigung der Haft von Assange ausgesprochen, darunter auch der australische Oppositionsführer Peter Dutton.

Assange, ein australischer Staatsbürger, kämpft in Belmarsh gegen seine Auslieferung in die USA. Diese werfen Assange Spionage vor. 175 Jahre Haft drohen Assange, wenn ihm in den USA der Prozess gemacht werden sollte.  Der Whistleblower hatte Geheimdokumente veröffentlicht, die unter anderem Details über das Vorgehen der US-Streitkräfte im Irak- und Afghanistan-Krieg enthüllten.

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