Was vor 58 Jahren begann

Gedenken an die Opfer des Mauerbaus

In der Kapelle auf dem früheren Todesstreifen brennen Kerzen für die Opfer.

Jutta Schütz
3 Min
Klaus Lederer (vorne), Michael Müller und Ralf Wieland bei der Kranzniederlegung.

Klaus Lederer (vorne), Michael Müller und Ralf Wieland bei der Kranzniederlegung.

© dpa

Am 13. August 1961 hatte die SED-Führung unter Walter Ulbricht mit dem Bau der Mauer begonnen. Das rund 155 Kilometer lange Bollwerk zerschnitt Berlin mehr als 28 Jahre. Die Teilung endete erst mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989.

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Im Schloss Bellevue betonte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Mauerbau-Jahrestag, dieses „Schandmal aus Beton und Stacheldraht“ habe Leid und Unglück über viele Menschen gebracht. Fluchten und Freiheitswille hätten jedoch nicht erstickt werden können.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hielt Gedenkrede

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU) meinte, die Erinnerung mache auch deutlich, dass eine freie Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit sei. „Wir schulden all denen Dank, die beigetragen haben, diese Mauer zum Einsturz zu bringen.“

An der Glienicker Brücke zwischen Berlin und Potsdam hielt die CDU-Bundesvorsitzende und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am Nachmittag eine Gedenkrede. Während der Teilung gehörte eine Hälfte des Bauwerks zum Osten und die andere zum Westen. Im Kalten Krieg war die Brücke mehrmals Schauplatz für den Austausch von Agenten.

Eine Maurerkolonne im August 1961 an der Sektorengenze am Potsdamer Platz.

Eine Maurerkolonne im August 1961 an der Sektorengenze am Potsdamer Platz.

© dpa

SPD-Politiker Müller hatte zu dem Jahrestag erklärt, neben Jubel und Freude über den Fall der Grenzen vor 30 Jahren dürften die Toten und Opfer nicht vergessen werden. „Beide Erinnerungen gehören zusammen.“ Heute müssten Demokratie und Rechtsstaat verteidigt werden.

Dietmar Woidke: „Nur eine freie, offene und demokratische Gesellschaft hat eine Zukunft“

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erinnerte daran, dass sich die Menschen in der DDR ihre Freiheit und Mündigkeit selbst erkämpften. „Nur eine freie, offene und demokratische Gesellschaft hat eine Zukunft“, hatte Woidke zu dem Gedenktag mitgeteilt.

Die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft verwies darauf, dass an der Grenze auch auf jugendliche DDR-Flüchtlinge geschossen wurde. Dem SED-Regime seien alle Mittel recht gewesen, um dem eigenen Volk den Wege in die Freiheit zu versperren, erklärte der Bundesvorsitzende Dieter Dombrowski.

In Berlin starben nach dem Mauerbau nach wissenschaftlichen Erkenntnissen mindestens 140 Menschen durch das DDR-Grenzregime. An einer Studie, wonach an der etwa 1.400 Kilometer langen deutsch-deutschen Grenze mindestens 327 Menschen ums Leben kamen, war Kritik aufgekommen. Teile der Forschungen sollten überprüft werden.

Erkenntnisse des SED-Forschungsverbunds: bei Fluchtversuchen kamen 18 DDR-Bürger um

Nach neuen Erkenntnissen des SED-Forschungsverbunds kamen bei Fluchtversuchen in den Monaten vor dem Mauerfall an den Grenzen der damaligen Ostblock-Staaten 1989 mindestens 18 DDR-Bürger um, darunter auch ein Kind.

Indes finden 69 Prozent der Ostdeutschen einer Forsa-Umfrage zufolge heute ihre persönliche Situation besser als früher. 9 Prozent der Befragten gaben hingegen eine Verschlechterung seit dem Ende der DDR an. 18 Prozent meinten, es sei „genauso wie früher“, ging aus dem am Montag veröffentlichten RTL-Trendbarometer hervor. (dpa)

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