Wasserbetriebe wollen fünf Hektar Fläche an der Landsberger Allee verkaufen - nun wird dafür eine neue Nutzung gesucht

Kultur statt Discounter

Claudia Fuchs
3 Min

LICHTENBERG. Sie sehen aus wie eine Mischung aus Krankenhaus und Brauerei - die markanten roten Klinkerbauten des Zwischenpumpwerks Lichtenberg an der Landsberger Allee. Seit mehr als 100 Jahren werden die Gebäude genutzt, nun wollen die Berliner Wasserbetriebe einige von ihnen abgeben. "Wir brauchen das Pumpwerk nicht mehr in Gänze", sagt Unternehmenssprecher Stephan Natz. Noch in diesem Jahr soll ein Teil des etwa 20 Hektar großen Areals verkauft werden. Etwa ein Viertel der Fläche soll einem Immobilienunternehmen zur Entwicklung übergeben werden. Auf dem fünf Hektar großen Gelände, das verkauft werden soll, befinden sich ein Maschinenhaus, ein früheres Wohnhaus sowie ein Rohrlagerplatz. Der Rest ist unbebaut.Was mit der Fläche geschehen soll, ist allerdings noch völlig offen. "Das ist alles Zukunftsmusik", sagt Natz. Gleichwohl haben sich die Wasserbetriebe bereits mit dem Bezirk Lichtenberg in Verbindung gesetzt. "Das Gelände ist im Flächennutzungsplan als Wasser- und Abwasserstandort ausgewiesen", sagt Lichtenbergs Baustadtrat Andreas Geisel (SPD). Sollte dort etwas Neues gebaut werden, müsste zunächst der Flächennutzungsplan geändert werden - und das sei die Aufgabe des Bezirks.Ikea-Filiale in der NäheZwei Interessenten für das Gelände hätten sich bereits gemeldet, so der Baustadtrat. "Der eine wollte einen Discounter bauen, der andere eine Tankstelle." Beides entspreche allerdings nicht dem Vorstellungen des Bezirks.Das Zwischenpumpwerk, so Geisel, sei sehr gut gelegen und deshalb für Investoren sehr interessant. Direkt vor dem Grundstück verläuft die mit täglich 60 000 Fahrzeugen sehr stark frequentierte Landsberger Allee. Außerdem will Ikea nicht weit entfernt eine Filiale bauen - nach bisherigen Plänen bis zum Sommer 2008. Damit, so der Baustadtrat, werde auch das zum Verkauf stehende Gelände noch weiter aufgewertet. Die SPD hat im Bezirksparlament vorsorglich den Antrag gestellt, der Bezirk möge mit den Wasserbetrieben eine Entwicklungsperspektive für das Gelände aufzeigen. "Denkbar wären beispielsweise gastronomische, kulturelle oder innovative energetische Nutzungen", so der SPD-Fraktionschef Manfred Becker. Die Gebäude des Zwischenpumpwerks stehen unter Denkmalschutz. Sie waren erst vor wenigen Jahren von den Wasserbetrieben saniert worden. Die Gesamtkosten beliefen sich damals etwa auf 18 Millionen Euro.------------------------------HistorieDas Zwischenpumpwerk Lichtenberg wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Es verteilt das Wasser, das vom Wasserwerk Friedrichshagen nach Lichtenberg kommt, auf das Stadtgebiet. Früher ging das nur mit großen Dampfmaschinen, heute reichen kleinere Pumpen.Unter der Erde befinden sich zwölf Reinwasserbehälter, in denen 110 000 Kubikmeter Wasser zwischengelagert werden können.------------------------------Foto: Für diese Gebäude des Zwischenpumpwerks Lichtenberg wird eine neue Nutzung gesucht.

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