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Brandenburg

Wegen Bombensuche: Polizei holt Tesla-Gegner von Bäumen – Einsatz geht weiter

In dem Waldstück sollen „Sondierungen“ zur Kampfmittelbelastung stattfinden. Tesla-Gegner wollen die Baumhäuser im Protestcamp aber nicht verlassen. Die Polizei greift ein.

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Die Polizei hat das Tesla-Protestcamp abgesperrt. Die Polizei geht wegen einer geplanten Kampfmittel-Suche nahe der Tesla-Autofabrik in Grünheide bei Berlin gegen Waldbesetzer vor.

Die Polizei hat das Tesla-Protestcamp abgesperrt. Die Polizei geht wegen einer geplanten Kampfmittel-Suche nahe der Tesla-Autofabrik in Grünheide bei Berlin gegen Waldbesetzer vor.

© Fabian Sommer/dpa

Gegner der Tesla-Autofabrik von Elon Musk in Grünheide bei Berlin weigern sich, ihr Protestcamp für eine Kampfmittel-Überprüfung im Wald zu verlassen. Sie lösen einen zeitraubenden Polizeieinsatz mit Spezialkräften aus.

Höhenretter holten bislang sechs Umweltaktivisten von Baumhäusern, wie das Polizeipräsidium mitteilte. Weil aber weitere vermummte Tesla-Gegner auf Bäume kletterten, sollte der Einsatz am Dienstagmorgen weitergehen.

Die Polizei sprach von schwierigen und gefährlichen Aktionen, weil Umweltaktivisten in großer Höhe zwischen Bäumen hingen. Auch über Nacht wollten Polizeikräfte vor Ort bleiben.

Zur Begründung der Teilräumung führte die Polizei sogenannte Sondierungen zur Kampfmittelbelastung an. „Dafür ist es notwendig, dass ein markierter Bereich, in welchem sich unter anderem ein Teil der Versammlung befindet, von 8 bis 16 Uhr für die Sondierungsarbeiten nicht betreten wird“, hieß es in einer Mitteilung.

Aktivisten hängen im von der Polizei abgesperrten Tesla-Protestcamp mit Seilen in den Bäumen.

Aktivisten hängen im von der Polizei abgesperrten Tesla-Protestcamp mit Seilen in den Bäumen.

© Fabian Sommer/dpa

Polizei: Umweltaktivisten sehr unkooperativ

Die Sprecherin des Polizeipräsidiums, Beate Kardels, sagte, die Umweltaktivisten seien sehr unkooperativ und leisteten erheblichen Widerstand. „Wir stellen uns auf einen längerfristigen Einsatz ein.“ Zu körperlichen Auseinandersetzungen sei es aber nicht gekommen. Beobachter beschrieben die Atmosphäre als eher entspannt, nicht aggressiv.

Das Bündnis Tesla den Hahn abdrehen verurteilte die laufende Räumung der Waldbesetzung. „Unter dem Vorwand einer Kampfmittelsondierung werden heute Morgen die Versammlungsfreiheit mit Füßen getreten und der Wille von Elon Musk und Co. durchgeboxt“, sagte eine Sprecherin des Bündnisses.

Tesla-Gegner: „Politik entlarvt sich mal wieder selbst“

Nach Auffassung von Tesla den Hahn abdrehen ist die Kampfmittelsondierung auf dem Versammlungsgelände unzulässig: „Die Politik entlarvt sich mal wieder selbst und macht sich gegen den Willen der Mehrheit zum Handlanger Teslas“, erklärte die Sprecherin weiter.

Die Umweltaktivisten riefen dazu auf, den Tesla-Protest in Grünheide zu verstärken und ins Camp zu kommen. Unterstützung kam von Mitgliedern der Bürgerinitiative Grünheide. Auch Politiker der Linken und des BSW besuchten Tesla-Gegner.

Nahe der Tesla-Gigafactory besetzt seit Ende Februar eine Gruppe ein Teilstück des Waldes bei Grünheide mit einem Protestcamp. Die Versammlung ist auch weiterhin erlaubt. Das Tesla-Areal soll für einen Güterbahnhof und Lagerflächen erweitert werden, dafür soll auch Wald gerodet werden.

Polizei nimmt Umweltaktivisten vorübergehend in Gewahrsam

Die Sprecherin des Polizeipräsidiums sagte, sechs Menschen, die Höhenretter von Baumhäusern holten, seien von der Versammlung – also vom Camp – ausgeschlossen worden. Drei von ihnen kamen in Gewahrsam, weil sie gegen das Vermummungsverbot verstießen und Widerstand gegen die Polizei leisteten. Nach Schätzung der Polizei könnten noch um die sieben Umweltaktivisten, die bislang nicht heruntergeholt werden konnten, in der Höhe ausharren.

Am Montag nach 16 Uhr durften die Umweltaktivisten einen 50 Meter-Sicherheitsradius um die eigentliche Sondierungsfläche wieder betreten. Damit konnten sie in Baumhäuser in dieser Zone zurück. Dies gilt aber nur bis Dienstag, 8 Uhr. Dann soll der Einsatz der Höhenretter weitergehen. Eine Firma will dann das Gebiet wegen Kampfmittelverdachts erkunden, wofür es bereits Gebüsch wegfräste.

Im Zusammenhang mit Untersuchungen auf der geplanten Erweiterungsfläche des Tesla-Geländes wurden vor Monaten bereits zwei Weltkriegsbomben entdeckt und entschärft. Er habe beantragt, auch die restlichen Flächen zu untersuchen, sagte der Bürgermeister von Grünheide, Arne Christiani (parteilos). Im Juli hatten die Waldbesetzer ihr Camp wegen einer Bombe bereits einmal aus Sicherheitsgründen freiwillig verlassen.

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