Nach Kommentaren zum tödlichen Attentat auf den konservativen Aktivisten Charlie Kirk hat der US-Sender ABC die Late-Night-Show von Jimmy Kimmel auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. „Jimmy Kimmel Live“ werde „vorerst nicht mehr ausgestrahlt“, bestätigte ein ABC-Sprecher am Mittwochabend (Ortszeit) der Nachrichtenagentur AFP. Der Schritt löste in den USA heftige politische Reaktionen aus.
Kirk, Gründer der Organisation Turning Point USA und enger Verbündeter von Präsident Donald Trump, war am 10. September während einer Rede an einer Universität in Utah erschossen worden. Der 31-Jährige galt als einer der bekanntesten Stimmen der US-amerikanischen Rechten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 22-jährigen Tatverdächtigen Tyler Robinson Mord vor.
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Was hat Jimmy Kimmel gesagt?
Kimmel hatte die Tat am Montag in seiner Show aufgegriffen. Er sprach von „neuen Tiefpunkten“, da die „Maga-Gang“ versuche, aus dem Mord politisches Kapital zu schlagen. Maga steht für „Make America Great Again“, den Slogan und die Bewegung rund um Trump.
Die Äußerungen sorgten für Empörung bei Teilen der US-Rechten. Brendan Carr, Chef der US-Medienaufsichtsbehörde FCC, drohte öffentlich mit Konsequenzen für Sender, die die Show weiterhin ausstrahlen. Auch der Senderverbund Nexstar, einer der größten Partner von ABC, kündigte an, Kimmels Show „auf absehbare Zeit“ aus dem Programm zu nehmen. Nexstar-Präsident Andrew Alford nannte die Kommentare „beleidigend und unsensibel in einer kritischen Phase unseres politischen Diskurses“.
Trump gratuliert ABC: „großartige Neuigkeiten für Amerika“
ABC folgte schließlich und stoppte die Sendung – sehr zur Freude von Präsident Trump. Auf seiner Plattform Truth Social sprach er von „großartigen Neuigkeiten für Amerika“ und gratulierte ABC: „Die mit den Einschaltquoten kämpfende Jimmy-Kimmel-Show wurde abgesetzt. Endlich hatte jemand den Mut, das zu tun, was nötig war.“
Bereits im August hatte Trump Kimmel und seinen NBC-Konkurrenten Jimmy Fallon öffentlich ins Visier genommen. Auf die Frage von Journalisten, ob nach dem angekündigten Ende von Stephen Colberts „Late Show“ auch weitere Formate betroffen sein könnten, sagte der Präsident, Kimmel und Fallon mangele es an Talent. „Sie sind als Nächstes dran“, erklärte Trump im Oval Office. Beide Comedians hatten sich zuvor demonstrativ hinter Colbert gestellt.
Demokratische Politiker und Bürgerrechtsgruppen kritisierten die Entscheidung scharf. Sie warnten vor einem gefährlichen Eingriff in die Presse- und Meinungsfreiheit. Auch weckten Äußerungen aus dem Umfeld Trumps Sorgen, dass das Attentat auf Kirk genutzt werden könnte, um politisch missliebige Stimmen mundtot zu machen. So kündigte Trumps Berater Stephen Miller an, die Regierung werde die „heimische Terrorbewegung“ zerschlagen, die seiner Ansicht nach hinter dem Attentäter stehe.
Kimmel selbst äußerte sich bislang nicht zu seiner Suspendierung.
Der Schritt reiht sich ein in eine Welle von Veränderungen in der US-Late-Night-Landschaft. Erst im Juli hatte CBS die Einstellung der „Late Show“ mit Stephen Colbert für das kommende Jahr angekündigt – offiziell aus finanziellen Gründen. Kritiker sahen jedoch politischen Druck im Hintergrund. Damit verbleiben nur noch Jimmy Fallon und Seth Meyers bei NBC als große Trump-kritische Late-Night-Stimmen.
Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus attackiert Trump immer wieder Journalisten und Moderatoren, die ihn kritisieren. Er ließ Akkreditierungen entziehen, Verfahren mit hohen Schadenersatzforderungen einleiten und scheut nicht davor zurück, einzelne Medien gezielt unter Druck zu setzen. (mit AFP)
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