Handel

Wegen Ölgeschäften mit Russland: USA verdoppeln Zölle für Indien

Ab sofort gelten für indische Waren Zölle von 50 Prozent. Mit dem Schritt will die Trump-Regierung den Druck auf Moskau erhöhen. Doch auch für die USA ist Indien ein wichtiger Handelspartner.

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US-Präsident Donald Trump (r.) und Indiens Premierminister Narendra Modi geben sich im Februar während einer Pressekonferenz im East Room des Weißen Hauses die Hand.

US-Präsident Donald Trump (r.) und Indiens Premierminister Narendra Modi geben sich im Februar während einer Pressekonferenz im East Room des Weißen Hauses die Hand.

© Alex Brandon/AP

Wegen seiner Öleinkäufe aus Russland muss Indien künftig beim Verkauf seiner Waren in die USA mit stark erhöhten Zöllen kalkulieren. In der Nacht lief eine entsprechende Frist für neue US-Zölle aus. Damit verdoppeln sich die Einfuhrgebühren von 25 auf 50 Prozent.

US-Präsident Donald Trump will mit dem Schritt den Kreml wirtschaftlich weiter schwächen. Indien war im Juni nach China der zweitgrößte Abnehmer russischer fossiler Brennstoffe. Russland führt seit mehr als drei Jahren Krieg gegen die Ukraine und finanziert sich unter anderem damit, dass es seine Rohstoffe, wie Öl und Gas verkauft – eben auch an Indien.

Angaben aus Moskau zufolge hat Trumps Ankündigung der Zölle ihr Ziel verfehlt. „Wir liefern weiter Treibstoff (an Indien), darunter auch Rohöl und Ölprodukte, Heiz- und Hüttenkohle“, sagte Russlands erster Vizeregierungschef Denis Manturow kürzlich bei einer gemeinsamen russisch-indischen Regierungssitzung. Er sehe zudem Potenzial bei der Erweiterung des Exports von Flüssiggas, fügte er hinzu.

Modi: Indien wird sich nicht unterordnen

Indiens Regierungschef Narendra Modi hatte sich Mitte August anlässlich des indischen Unabhängigkeitstags indirekt zu den Zollandrohungen geäußert. Dabei kündigte er an, das Land in Sachen Energie und Militär in Zukunft unabhängig machen zu wollen. „Eigenständigkeit ist die Grundlage für ein entwickeltes Indien“, sagte Modi am Freitag in seiner Rede auf den historischen Festungsmauern des Roten Forts in Delhi. „Freiheit wird bedeutungslos, wenn jemand zu sehr von anderen abhängig wird.“ „Wir wissen, dass wir bei der Deckung unseres Energiebedarfs weiterhin von vielen Ländern abhängig sind“, sagte Modi. Das müsse sich ändern.

Ohne Trump zu nennen, machte der Regierungschef des bevölkerungsreichsten Landes und der fünftgrößten Volkswirtschaft der Welt dennoch klar, sich auch den USA nicht unterordnen zu wollen. „Wenn der wirtschaftliche Egoismus von Tag zu Tag zunimmt, dürfen wir nicht einfach dasitzen und uns um die Krise sorgen, sondern müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren.“

Indiens Außenminister besuchte letzte Woche den Kreml

Erst in der vergangenen Woche besuchte Indiens Außenminister Subrahmanyam Jaishankar Moskau und wurde im Kreml von Präsident Wladimir Putin empfangen. Es gibt zwar Medienberichte, wonach Indien die russischen Öllieferungen drosseln will. Offiziell betonte Delhi aber mehrfach, dass es seine Rohstoffe weiter von dort beziehen werde, wo es günstig sei. Russland muss sein Öl – auch wegen der westlichen Sanktionen – mit Rabatt verkaufen.

Im vergangenen Jahr war Indien einer der wichtigsten Handelspartner der Vereinigten Staaten. Unter den am meisten exportierten Gütern aus den USA nach Indien waren dabei auch Öl und Gas. (mit dpa/AFP)

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