Nordamerika

Wegen Waldbränden in Kanada: New York, Chicago und weitere US-Städte versinken im Rauch

Rauch aus Kanada legt sich über zahlreiche Millionenstädte im Norden Amerikas. US-Republikaner attackieren Ottawa wegen „Untätigkeit“.

3 Min
New Yorker spielen Basketball - trotz der schlechten Luftqualität.

New Yorker spielen Basketball - trotz der schlechten Luftqualität.

© Angela Weiss/AFP

Dichter Rauch aus hunderten kanadischen Waldbränden hat weite Teile der USA vom Mittleren Westen bis an die Ostküste eingehüllt. Die Behörden warnen vor gesundheitsschädlicher Luft, während republikanische Abgeordnete Ottawa scharf angreifen.

Von New York bis Minneapolis riefen die Behörden am Donnerstag die Bevölkerung auf, möglichst in geschlossenen Räumen zu bleiben. In Detroit wurde nach Angaben des Messunternehmens IQAir die weltweit schlechteste Luftqualität registriert – mit einem Schadstoffindex von 600, doppelt so hoch wie der von der US-Umweltbehörde EPA als gesundheitsgefährdend eingestufte Wert.

Auch in Minneapolis, Milwaukee und Toronto wurden nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters gefährliche Werte gemessen.

Menschen überqueren im rauchverhangenen Toronto eine Straßenkreuzung.

Menschen überqueren im rauchverhangenen Toronto eine Straßenkreuzung.

© Cole Burston/AFP

Die Skyline von Manhattan war laut der Nachrichtenagentur AFP von dichtem Dunst verhüllt. New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani sprach von einer ernsten Bedrohung durch Hitze und schlechte Luft. In hunderten Bibliotheken, Polizeiwachen und Feuerwachen wurden kostenlose KN95-Masken verteilt.

Waldbrände hüllten die New Yorker Skyline in Rauch.

Waldbrände hüllten die New Yorker Skyline in Rauch.

© John Angelillo/AFP

Nach Waldbränden hängen Rauchschwaden über New York City.

Nach Waldbränden hängen Rauchschwaden über New York City.

© Denis Akishev/imago

Chicago schloss seine Strände, ein Fußballspiel der Profiliga MLS wurde verschoben. In Minnesota wurden Freiluftveranstaltungen abgesagt, darunter ein Konzert der Rockband Creed.

Die Luftqualität in Chicago ist aufgrund der Waldbrände so schlecht, dass Menschen eigentlich aufgerufen wurden, in Innenräumen zu bleiben.

Die Luftqualität in Chicago ist aufgrund der Waldbrände so schlecht, dass Menschen eigentlich aufgerufen wurden, in Innenräumen zu bleiben.

© Scott Olson/AFP

Rauch hängt über Chicago, Illinois.

Rauch hängt über Chicago, Illinois.

© Scott Olson/AFP

Republikaner werfen Kanada Untätigkeit vor

Vier republikanische Abgeordnete aus Michigan – John James, Jack Bergman, John Moolenaar und Lisa McClain – warfen Kanadas Premierminister Mark Carney in einem Brief unzureichende Waldpflege vor. „Amerikanische Lungen zahlen den Preis für kanadische Untätigkeit“, heißt es darin laut dem kanadischen Sender CBC.

Die USA würden „anderswo suchen und selbst handeln“, wenn Kanada nicht mehr unternehme. Der republikanische Senator Bernie Moreno aus Ohio kündigte einen Gesetzentwurf für Sanktionen gegen Kanada an.

US-Botschafter Pete Hoekstra äußerte sich dagegen kooperativ. Die Herausforderung kenne keine Grenzen und verlange eine gemeinsame Antwort, teilte er mit. Carney ging auf den Brief nicht direkt ein, verwies aber auf die Klimapolitik: Der Klimawandel sei die Verantwortung aller, auch der USA, sagte er bei einer Pressekonferenz in London im kanadischen Ontario.

Waldbrände wüteten etwa in der kanadischen Provinz British Columbia.

Waldbrände wüteten etwa in der kanadischen Provinz British Columbia.

© Darryl Dyck/imago

Fast 860 aktive Feuer

Nach Angaben des Canadian Interagency Forest Fire Centre waren am Donnerstag 858 Feuer aktiv, davon 111 außer Kontrolle. Rund 2,4 Millionen Hektar sind laut Reuters in dieser Saison bereits verbrannt. Emily Fischer, Atmosphärenchemikerin an der Colorado State University, sagte Reuters, ein Strom aus Rauch ergieße sich derzeit in den Mittleren Westen. Dies sei eine direkte Folge des Klimawandels.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema