Der deutsche Pfarrer Wolfgang Heldt-Meyerding hat zum zweiten Mal einen Weihnachtsgottesdienst in der kriegsgeplagten ukrainischen Hauptstadt Kiew abgehalten. „Wir sind voller Sehnsucht nach Frieden, es ist das zweite Weihnachten, in dem es uns in unseren Herzen eng wird bei den Gedanken an Not und Tod, Schmerz und Trauer, die dieser Krieg verursacht“, sagte der Flensburger zum Heiligen Abend am Sonntag in der deutschen Kirche St. Katharina in Kiew.
In seiner Predigt erinnerte Heldt-Meyerding an die Opfer, aber auch an den Zusammenhalt der Ukrainer und die gegenseitige Hilfe der Menschen. Der Gottesdienst wurde zweisprachig - auf Deutsch und auf Ukrainisch - abgehalten. Die versammelte Gemeinde sang unter anderem die Lieder „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „Oh, du fröhliche“.
Deutsche Gemeinde in Kiew hat eine über 250-jährige Geschichte
Der pensionierte Pastor Heldt-Meyerding reiste ebenso wie schon vor einem Jahr trotz des Kriegs nach Kiew, um in der Weihnachtszeit Gottesdienste in der evangelisch-lutherischen Kirche abzuhalten. Die deutsche Gemeinde in Kiew hat eine über 250-jährige Geschichte.
Auch zwei der drei großen ukrainischen Kirchen hielten am Sonntag erstmals ihren Weihnachtsgottesdienst am 24. Dezember statt wie zuvor am 6. Januar ab. Unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs hatte die Ukraine ihren Feiertagskalender umgestellt. Der staatliche Weihnachtsfeiertag am 7. Januar ist im Juli vom Parlament abgeschafft worden. Einzig die lange mit Moskau verbundene ukrainisch-orthodoxe Kirche hält weiter am alten Termin fest.
Der 25. Dezember wiederum ist bereits seit 2017 eigentlich ein arbeitsfreier Tag. Wegen des nach dem russischen Einmarsch verhängten Kriegsrechts sind jedoch alle Feiertage ausgesetzt worden.
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