Weil Keeper Glinker patzt, verliert Union in Augsburg 1:2

Irrlauf mit Folgen

BLZ
3 Min

BERlin Wenn Jan Glinker, der Torhüter des 1. FC Union, mit seinem Blackout in der 69. Minute diesen Fehlpass des Augsburger Abwehrchefs Uwe Möhrle nicht in das kurioseste Tor dieser Zweitliga-Saison verwandelt hätte, dann könnte man den Köpenickern an dieser Stelle womöglich zum ersten Auswärtssieg in der Spielzeit gratulieren, zumindest zu einem hoch verdienten Remis. So aber - weil den Augsburgern in der Schlussminute sogar noch der Siegtreffer durch Stephan Hain glückte - ist man einerseits zum Weiterzählen (seit 17 Spielen sind die Unioner nunmehr in der Fremde ohne Sieg), andererseits zur Interpretation einer unverdienten Niederlage, einem 1:2, aus Sicht der Berliner gezwungen.Wer es nicht so gut meint mit den Eisernen, der stürzt sich gleich mal auf den Unglücksraben Glinker, der nur ganz selten seine Finger ins Spiel bringen musste, aber mit seinem Ausflug dem Geschehen eine entscheidende Wendung gab. Möhrles weiter Schlag aus der eigenen Hälfte war vor Glinker auf und über Glinker hinweg ins Tor gesprungen. Wer es aber gut mit den Eisernen meint, und das sollte doch für eine Zeitung aus der Hauptstadt eine Selbstverständlichkeit sein, der konzentriert sich an dieser Stelle einfach mal auf den couragierten Auftritt der Köpenicker, die vor 11000 herbstfröstelnden Zuschauern fast alles in die Praxis umsetzen konnten, was ihnen Trainer Uwe Neuhaus in der Theoriestunde mit auf den Weg gegeben hatte.Endlich ein AngriffMal abgesehen von einem Linksschuss von Ibrahima Traoré (28.) und zwei, drei Auffälligkeiten von Augsburgs Stürmer Nando Raffael ließ die Defensive der Eisernen kaum etwas zu. Insbesondere weil die Mittelfeldreihe mit dem erneut überzeugenden Paul Thomik, mit Dominic Peitz, Torsten Mattuschka und Chinedu Ede im engen Verbund wertvolle Schweißarbeit verrichtete, aber auch weil die Innenverteidiger Christian Stuff und Daniel Göhlert dieses Mal rechtzeitig Gefahrenmomente erkannten. Das nach etwa einer Stunde einsetzende Pfeifkonzert des Augsburger Anhangs gegen das eigene Team können die Berliner getrost als höchste Form der Anerkennung werten. Außerdem war der Angriff der Eisernen endlich auch ein Angriff.Sie hatten zuletzt ja immer fleißig gerackert die beiden, Karim Benyamina und John Jairo Mosquera, aber allzu oft hatte ihnen zuletzt eben auch die Zielstrebigkeit vor dem gegnerischen Tor gefehlt. In Augsburg bildeten sie nun aber ein kaum greifbares Spielerpaar, das sich wie beim 1:0 gegenseitig in Postion brachte. Benyamina war mit einem Rechtsschuss nach 33 Minuten die Führung gelungen. Und alles sah wirklich gut aus - bis Torhüter Jan Glinker durch die Augsburger Nacht irrte. (BLZ)------------------------------Foto: Schreck lass nach: Unions glückloser Torwart Jan Glinker.

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