Weitere Wohnanlagen in Hauptstadt-Nähe werden in diesem Jahr fertig

BLZ
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- Von den 4,25 Millionen Einwohnern, die in der Region Berlin leben, wohnen 900 000 im Berliner Umland. Eine anhaltende Abwanderung aus der Hauptstadt in die grüne Umgebung konstatierte die Berliner Landesregierung letzte Woche, obwohl Senatssprecher Michael-Andreas Butz bei der Vorstellung der statistischen Zahlen betonte, dass die Wanderungsverluste nach Brandenburg den Zenit überschritten hätten. Verlor Berlin 1998 noch 29 000 Einwohner ans Nachbarland, so waren es im letzten Jahr "nur" noch 25 000. Ab 2006, so nimmt man an, wird sich die Wegzug ins Umland auf etwa 10 000 Bürger jährlich "eingepegelt" haben. Der Senat rechnet damit, dass in den nächsten Jahren bis 2010 nochmals 184 000 Leute abwandern werdenDamit holt Berlin seit 1990 eine Entwicklung nach, die bei anderen weniger isolierten Städten Jahrzehnte zuvor ablief. Die Stadtgrenzen gehen zunehmend fließend in Siedlungsgebiete über. Unmittelbar jenseits der Stadtgrenze sind in den 90er-Jahren auch bei Berlin die Wohnparks wie Pilze aus dem Boden geschossen. Besonders gefragt sind verkehrsgünstige Lagen entlang der Achsen von S-Bahn-Strecken und Autobahn. Tendenz steigend. Noch entstehen immer neue Wohnanlagen oder werden bestehende erweitert. Wenn auch einige Investoren angesichts der mangelnden Nachfrage die eigentlich geplanten weiteren Bauabschnitte auf ungewisse Zeit verschoben haben, wie zum Beispiel beim Königs Park in Königs Wusterhausen. Unweit wird aber noch an einer Wohnanlage am Nottefließ gebaut. In der Parkstadt Velten und im Leegebrucher Wohnpark Fohlenweide stellte man letztes Jahr die Bauarbeiten ein und erklärte, erst weiterzubauen, wenn neue Interessenten vorsprechen. Beim Verkauf von Eigentumswohnungen geht es schleppender voran als bei preisgünstigen Reihenhäusern mit kostengünstigem Grundstück. Es gibt kaum noch steuerliche Anreize, Immobilien zu erwerben, und die umziehenden Bonner Beamten haben lange nicht so viel Nachfrage erzeugt wie erwartet. Meist sind es heute Eigennutzer aus dem benachbarten Umland oder aus angrenzenden Berliner Bezirken, die ein Häuschen oder eine Wohnung in möglichst ruhigen, grünen und doch verkehrsgünstigen Ecken suchen. Gut verkauften sich Lagen wie Falkensee westlich von Spandau, Potsdam, Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow (südlich des Bezirks Zehlendorf), Hennigsdorf, Hohen Neuendorf und Oranienburg im Nordwesten, Bernau im Nordosten sowie Erkner, Schulzendorf und Zeuthen im Südwesten, alles gut mit der Berliner City verbundene Lagen. Ein-Zimmer-Wohnungen sind nicht gefragt, wissen die Investoren inzwischen. Es sei denn, sie liegen in speziellen Seniorenresidenzen, die jetzt als Ergänzung von Wohnparks vielerorts entstehen. Denn im betreuten Wohnen liegt noch ein großer zukünftiger Bedarf, hat man entdeckt. Wir hörten uns in einigen Wohnparks um, die in Kürze fertig werden. Die Parkstadt Falkensee unweit der westlichen Stadtgrenze zu Berlin ist weitgehend fertig gestellt. Derzeit befindet sich noch eine Seniorenresidenz mit 104 Apartments im Bau, die die Wohnungsbaugesellschaft Degewo gemeinsam mit dem Roten Kreuz organisiert. Sie wird voraussichtlich im Sommer fertig sein. Die Apartments sollen zum Kauf und zur Miete angeboten werden. Bei 1 835 Mark Miete für ein 46-qm-Apartment einschließlich Nebenkosten mit Pflegepauschale beginnen die Preise.Ansonsten bietet die Wohnanlage das klassische Bild einer Familiensiedlung. Vom Reihenhaus, das zum Kauf und zur Miete angeboten wird, über Eigentums- und Mietwohnungen in viergeschossigen Stadtvillen bis hin zu öffentlich geförderten Mietwohnungen im 1. und 3. Förderweg gibt es für jeden Geldbeutel etwas, so Projektsprecher Dirk Lausch. Es stehen derzeit 525 Reihenhäuser und ca. 120 Wohnungen, verteilt auf 11 Stadtvillen sowie 163 Mietwohnungen, davon 26 im sozialen Wohnungsbau. Die Käufer und Mieter kommen, so Dirk Lausch, mittlerweile zu gleichen Teilen aus dem Berliner Umland und aus der Hauptstadt. In den Anfangsjahren 94 bis 96 waren die Selbstnutzer insbesondere Berliner aus den Bezirken Charlottenburg und Spandau. Und zehn Bonner Familien zogen in die Parkstadt, die übrigens dank Erbpacht einige Reihenhäuser mit Garten schon für weniger als 300 000 Mark anbieten kann. Auch Eigentumswohnungen und Häuser zum Mieten sind im Angebot. Infos: 030/26 48 53 21. Da auch in der Parkstadt Falkensee die Regeln des Käufer- bzw. Mietermarktes gelten, ist manches heute preislich günstiger als bei Baubeginn 1993. Bisher wurde die Planung in dem Umfang realisiert wie geplant, heißt es. Allerdings würde für die Zukunft selbstverständlich nicht mehr "auf Halde" gebaut. Ausbaureserven für über 100 Reihenhäuser und mehrere hundert öffentlich geförderte Mietwohnungen seien jedoch vorhanden. In welchem Umfang weitergebaut werde, hänge stark von der Nachfrage ab. Sehr interessiert ist man bei der Degewo an der Fortführung des öffentlich geförderten Mietwohnungsbaus. Doch das hängt vom schwer einzuschätzenden Fördermittelfluss ab.Auch beim Wohnprojekt "Bei den Waldfrüchtchen" am Spandauer Forst in Nieder Neuendorf (Teil von Hennigsdorf, zehn Autominuten von Spandau) ist nicht sicher, ob der dritte Abschnitt wirklich gebaut wird. So die Marketingleiterin Ulrike Traumann von der Unternehmensgruppe Krebs GmbH & Co. Das sei abhängig vom Vertriebserfolg. Der Baufortschritt entspreche in etwa der Planung. Es gab eine vertriebsbedingte Verzögerung von ca. sechs Monaten. Der erste Bauabschnitt ist inklusive der Außenanlagen komplett beendet. 80 Prozent der Häuser seien verkauft und bereits bezogen, so Frau Traumann. Der zweite Abschnitt befindet sich in Bau und wird Ende Juni fertig. Insgesamt entstehen 177 Reihen-, Ketten- und Doppelhäuser in unterschiedlichen Varianten. Hinsichtlich Hausgrößen und Ausstattung mit Kellern habe man auf Kundenwünsche reagiert und umgeplant. Die Verkaufspreise seien leicht gestiegen. Ein Reihenmittelhaus mit ca. hundert Quadratmeter Wohnfläche kostet inklusive Grundstück und zwei PKW-Stellplätzen schlüsselfertig 349 000 Mark. Die Käufer kommen zu 70 Prozent aus Berlin, 20 Prozent aus dem Umland und zu zehn Prozent aus westlichen Bundesländern. Infos: 0800/8 60 92 92.Die Anlage "Wohnen an der Borgsdorfer Heide" ist günstig gelegen innerhalb eines Ortes "mit einer sich parallel zur wachsenden Bevölkerung gut entwickelnden Infrastruktur" (Zitat Investor), fünf bis zehn Minuten vom S-Bahnhof entfernt. Die geplanten sieben Hausgruppen, rings um einen "Dorfplatz" gebaut, sollen fristgerecht bis Ende März fertig gestellt werden, die Außenanlagen folgen bis Ende Juni. Insgesamt entstehen 33 Wohneinheiten in zwei Doppelhaushälften, zwölf Reihenend- und 19 Reihenmittelhäusern. Die Nachfrage sei der angespannten Marktsituation entsprechend, so Torsten Schinzel von der Botag. Acht Häuser sind bisher verkauft, somit stehen noch 25 Reihenhäuser sowie Doppelhaushälften zum Verkauf. Preislich hätte sich an den Angeboten nichts geändert. Ein Reihenmittelhaus (ca.95 m2) ist z.B. mit Terrasse und Grundstück sowie Stellplatz für knapp 300 000 Mark zu haben. Infos: 030/8 87 93 24.

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