Debatte

Wer ist schuld, dass es die DDR nicht mehr gibt? Brief eines Abgehauenen an einen Mitgelaufenen

In den 70ern teilten sie die Vision einer Gesellschaft ohne Kapitalismus. Dann trennten sich ihre Wege, und das Gespräch riss ab. Kann man den Faden wieder aufnehmen?

Martin Ahrends
15 Min

Auf einer Radtour mit seinem Sohn trifft der Autor Martin Ahrends seinen Ex-Kommilitonen Reiner. Die beiden hatten in den 70ern in Ost-Berlin zusammen Philosophie studiert, beide hatten verstanden, dass der Kapitalismus keine Zukunft hat und glaubten an die Vision von einem besseren Deutschland. Danach trennten sich die Wege, das Gespräch riss ab. Der eine fügte sich ins System, der andere geriet damit in Konflikt, erhielt nach seinem Bekenntnis zur Solidarność-Bewegung Arbeitsverbot und reiste aus. Ein paar Jahre später scheiterte das Gesellschaftsexperiment DDR. Wer ist schuld? Nach der Wiederbegegnung dreißig Jahre später auf der Radtour stellt der Sohn Fragen, es fühlt sich an wie „gebrochenes Eis“. Und Martin Ahrends schreibt einen Brief.

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