Werbetour für Digitalwirtschaft

Berliner Lifestyle und Technik in Wien

Berlin ist schon heute ein Hotspot der digitalen Szene – und kann aber noch mehr Ideen, Kreative und Geldgeber vertragen. Eine Werbetour in Wien soll dafür sorgen.

Matthias Loke
3 Min
Auf Werbetour: Senatorin Cornelia Yzer.

Auf Werbetour: Senatorin Cornelia Yzer.

© BLZ/PAULUS PONIZAK Lizenz

Craft-Beer von der Firma BRLO, Fahrräder von Standert, mit Wodka angereicherter Apfelsaft („nur naturbelassene Äpfel von Streuobstwiesen“) namens „Berliner Winter“, die Panorama-Kamera von Panono – die Berliner Start-up- und Kreativszene präsentiert sich dieser Tage in Wien mit ausgewählten Produkten und in ganzer Bandbreite der Innovationen. Für eine Woche hat der sogenannte Pop-up-Store in der österreichischen Hauptstadt geöffnet. Das Ziel des von dem Tourismuswerber Visitberlin und der Förderagentur Berlin Partner organisierten Projekts: Werbung für das „kreative, innovative und lebenswerte Berlin“ zu machen, den Wirtschaftsstandort mit seinen Vorzügen und dynamischen Firmen vorzustellen und den Unternehmen zu neuen Kooperation und Märkten zu verhelfen.

Wien ist bereits die dritte Station der Tour. Im September war der temporäre Store schon in Stockholm zu Gast, im Oktober in London. Noch im November folgt die Präsentation in Amsterdam, danach im Dezember in Paris. Stets eine Woche lang geöffnet, laden die Stores Besucher und vielleicht auch Investoren ein, „sich vom Berliner Spirit mitnehmen zu lassen“, wie Berlins Wirtschaftsverwaltung wirbt.

Investoren angesprochen

„Das Interesse am Standort Berlin und an den Firmen ist sehr groß“, stellte Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer vor Ort in der österreichischen Hauptstadt fest. An zwei Tagen hatte sie in Wien Gespräche mit potenziellen Investoren geführt und Unternehmen besucht. Sie zeigte sich am Freitag im Gespräch mit der Berliner Zeitung hoffnungsvoll, dass sich in naher Zukunft österreichische Firmen mit Dependancen in Berlin niederlassen werden. Die Anziehungskraft Berlin sei unter anderm so groß, weil Berlin als „boomende Ideenschmiede für Hightech- und Digitalunternehmer der Zukunft“ wahrgenommen werde.

Yzer betonte, zu den großen Pluspunkten des Wirtschaftsstandorts gehörten neben dem Flair der Stadt die starke Präsenz an Forschungseinrichtungen, die als Kooperationspartner fungieren können. So zum Beispiel die Institute der Fraunhofer-Gesellschaft. Vom Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme (Fokus) hatte dessen geschäftsführender Direktor Manfred Hauswirth die Wirtschaftssenatorin nach Wien begleitet.

Entwicklungsabteilungen in Berlin

Zudem, so Yzer weiter, seien viele große Unternehmen mit Entwicklungsabteilungen in Berlin vertreten. Der Stahl- und Metallhändler Klöckner&Co beispielsweise hat Anfang des Jahres eine Kompetenzcenter in Berlin gegründet, das die Digitalisierung der gesamten Lieferkette vorantreiben soll. Die neue Einrichtung soll als Plattform für Wissens- und Ideentransfer die Zusammenarbeit aller Landesgesellschaften des Konzerns im Rahmen der Digitalisierung koordinieren und „ein umfassendes Netzwerk mit der Start-up-Szene aufbauen“.

Die Firmen der Digital-, Internet- und Kommunikationsbranche gehören zu den Motoren des wirtschaftlichen Aufschwungs in Berlin. Sie werden in den nächsten Jahren Tausende neue Arbeitsplätze schaffen. Und wie der Aufstieg aus der Start-up-Szene zum börsennotierten Konzern gelingt, haben Rocket Internet und Zalando vorgemacht.

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