Anfang Oktober war es noch sommerlich warm bei 20 Grad – und zack, schon steht der Winter vor der Tür. Die ersten Berliner haben bereits Schal, Mütze und Handschuhe rausgeholt. Schuld ist Hoch „Oldenburgia“, sagt Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Wetter.net.
Herr Jung, es ist kalt draußen, in Thüringen und Sachsen hat es sogar schon geschneit. Wo ist denn der Herbst geblieben?
Der Herbst hat gerade eine kleine Pause eingelegt. Auch wenn das viele angesichts des schlechten Wetters schon vergessen haben – wir hatten ja bereits Herbst, und der war sogar sehr golden. In den ersten 13 Tagen wurde das Sonnenschein-Soll für Oktober schon zu 70 Prozent erfüllt. Und zu warm war es auch …
Aber jetzt ist es doch viel zu kalt!
Stimmt, für die Jahreszeit ist es jetzt viel zu kalt. Am Mittwoch waren 5 bis 7 Grad, normal wären fünf Grad mehr. Für die Kälte sorgt ein Hoch namens Oldenburgia, das hat auch den Niederschlag zu uns geschoben. In Gera gab es sieben Zentimeter Neuschnee.
Ist Schnee im Oktober selten?
Nein, das kommt öfter vor. Wäre jetzt richtig Winter, hätten wir bei so einer Wetterlage übrigens auch tagsüber Dauerfrost.
Bleibt es etwa so kalt?
Na ja, die Sonne hat sich ein bisschen verausgabt, und es bleibt erst mal grau. Die Werte gehen aber langsam leicht nach oben, am Donnerstag acht Grad, aber weiterhin Regen, am Freitagnachmittag Regen, Sonnabend 11 Grad, Sonntag dann nur noch Regenschauer bei 12 Grad.
Schönes Wetter ist aber was anderes …
Stimmt, was wir jetzt in Berlin haben, ist eigentlich typisches Novemberwetter.
Lässt ein Wintereinbruch im Oktober eigentlich Schlüsse zu auf den richtigen Winter?
Ein bisschen. Gibt es einen so frühen Wintereinbruch wie jetzt gerade, wird der Winter eher mild. Das jedenfalls belegen die Statistiken: In sieben von zehn Jahren ist das so. Also: Warten wir es ab.
Das Gespräch führte Claudia Fuchs.
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