Es wird gebaut vor unserer Haustür. Gegen sieben Uhr morgens geht es los, mit einem Geräusch, als würde die Erde weinen. Gegen acht klingt es, als würde sie sich übergeben. Wenn die Bauarbeiter gegen zehn beim Bäcker gegenüber ihre Bockwurst in den Kaffee tunken, herrscht endlich mal Ruhe.Wir sollten etwas unternehmen, sagt mein Mitbewohner.Direkt neben der Baugrube, die wir, wäre sie mit Wasser gefüllt, vom Balkon aus bequem per Arschbombe erreichen könnten, steht ein Nussbaum. Und jetzt kommt der Plan: Angenommen, der Baggerfahrer schrammt aus Versehen, weil die Erde sich plötzlich vor Schmerzen krümmt, diesen Nussbaum - müssten wir dann nicht einschreiten? Müssten wir nicht in der Baumkrone ein Lager aufschlagen und gegen den heimtückischen Angriff protestieren? Das scheint doch zurzeit die einzige Möglichkeit zu sein, ein wahnwitziges Bauprojekt zu stoppen. Widerstand!Doch leider hat sich die Erde vor unserer Haustür mit den Bauarbeitern verbündet. Gestern Morgen klang es, als hätte sie erstmals Gefallen am Baggern gefunden. Jetzt hoffen wir wenigstens, dass der Himmel weint - wegen der Arschbombe.
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