Wahrlich ein Schatz. Und was für einer. Gleichwohl keiner, der sich in Euro und Dollar messen lässt, denn keines dieser Bücher ist eine bibliophile Kostbarkeit, eine Erstausgabe oder ein rarer Sonderdruck. Es sind Unterhaltungsromane, Klassiker aus populären Editionen, Schulbücher, auch viel Fachliteratur und ein paar Zeitschriften. Zerlesen, abgegriffen, angestoßen und mit vergilbten Seiten. Und doch sind diese Bücher ein einzigartiger Schatz, denn ihren Wert beziehen sie aus ihrer Herkunft: Sie stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit aus den von den Nazis geplünderten Wohnungen deportierter und ermordeter Berliner Juden. Eine Bibliothek der Toten.
Holocaust
Wie ein Berliner Unternehmer Tausende Bücher von ermordeten Juden rettete
Einzigartiger Schatz: Manfred Wolff erbte eine Bibliothek in 20 Munitionskisten – gefunden 1945. Jetzt werden sie erforscht und an Nachfahren zurückgegeben.
Andreas Förster (Dublette)!
9 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
3500 Bücher und rund 8000 lose Blätter umfasst die Bibliothek. Und auch Fotos wie dieses gehören dazu: Es lag in einem Buch der Berlinerin Betty Swiemer und zeigt ihre Klasse.
© Cornelia Maenz