Zahlungsstreit im Diplomatenviertel

Exklusiv: Berliner Baufirma saniert Diplomaten-Residenz – und blieb auf 141.150 Euro sitzen

Eine Baufirma sanierte die Residenz Äquatorialguineas in Berlin. Die Botschaft zahlte nie – wegen ihrer Immunität ist der Rechtsweg versperrt.

8 Min
So herrschaftlich plante die Botschaft Äquatorialguineas – zahlte aber nicht.

So herrschaftlich plante die Botschaft Äquatorialguineas – zahlte aber nicht.

© Ectus 82 AG

Ein Staat als Kunde, der Botschafter persönlich als Verhandlungspartner, 1,445 Millionen Euro Auftragsvolumen: Was sich der Potsdamer Ectus 82 AG Ende 2024 bietet, wirkt wie der Auftrag, auf den mittelständische Bauunternehmer warten. Es geht um die energetische Kernsanierung der Residenz der Republik Äquatorialguinea an der Stallupöner Allee 22 im Berliner Westend. Am 17. November 2024 unterschreibt Vorstand Philip Schöntag den Generalübernehmervertrag – ein Generalübernehmer verantwortet die schlüsselfertige Sanierung und vergibt die einzelnen Gewerke an Nachunternehmer weiter.

„Für uns wirkte der Auftrag zunächst wie ein seriöses internationales Projekt mit staatlichem Hintergrund“, schreibt Schöntag rückblickend. Auf eine Vorab-Anzahlung verzichtete die Firma nach eigener Darstellung bewusst: Sie hätte einen Wettbewerbsnachteil bedeutet, und der Umbau sollte schnell starten.

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