Fußball-Bundesliga

Wie im Hinspiel: Hertha BSC unterliegt dem 1. FC Köln mit 1:3

Im Angriff fehlen den Berlinern die Alternativen. Nach gutem Start übernehmen die Gäste die Kontrolle und entscheiden die Partie in der Nachspielzeit.

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Nach dem Anschlusstreffer zum 1:2 schöpfte Hertha BSC gegen den 1. FC Köln noch einmal Hoffnung.

Nach dem Anschlusstreffer zum 1:2 schöpfte Hertha BSC gegen den 1. FC Köln noch einmal Hoffnung.

© City-Press

Deyovaisio Zeefuik vor Wechsel nach England

Die Vorzeichen vor dem Rückrundenstart waren alles andere optimal. Noch zu Wochenbeginn hatten sich nach den ersten positiven Coronafällen personelle Probleme in der Abwehr ergeben. Immerhin: Santiago Ascacibar und Lucas Tousart konnten sich rechtzeitig freitesten, gehörten zum Kader gegen Köln, Ascacibar sogar zur Startelf. Kapitän Dedryck Boyata und Linus Gechter hingegen waren weiter in Quarantäne. Deyovaisio Zeefuik, der ebenfalls zunächst positiv auf Corona getestet wurde und sich freitesten konnte, weilte bereits in England. „Das kann noch ein paar Tage dauern. Es sieht sehr gut aus, dass er zu den Blackburn Rovers geht“, sagte Manager Fredi Bobic vor der Partie bei DAZN.

Je näher das Spiel in den Vortagen rückte, so kleiner wurde auch die Personaldecke in der Offensive. Am Sonnabend wurde Krzysztof Piatek per Leihe zum AC Florenz transferiert, Ishak Belfodil musste nach einem positiven Coronatest in häusliche Isolation und Stevan Jovetic wurde von einer Wadenverletzung ausgebremst. Mit Belfodil und Jovetic fielen damit ausgerechnet die beiden Stürmer aus, auf die Hertha-Trainer Tayfun Korkut nach seiner Amtsübernahme setzte und die einen großen Anteil an den Erfolgen kurz vor dem Jahreswechsel hatten. Gegen den 1. FC Köln sollten es Myziane Maolida und Davie Selke in vorderster Reihe richten und auf dem weiter sehr holprig daherkommenden Rasen des Olympiastadions für ein weiteres Erfolgserlebnis sorgen.

Immerhin 2000 Zuschauer hatten sich im weiten Rund nach und nach bis zum Anpfiff verteilt, bildeten kleine blaue Farbtupfer auf den grauen Sitzen, auch der eine oder andere in Rot gekleidete Köln-Fan hatte sich eins der 100 Tickets ergattern können. Sie hofften vor allem auf einen weiteren Treffer von Anthony Modeste, der neben seinem Tor beim 3:1-Hinspielsieg der Kölner zehn weitere hatte folgen lassen und den Korkut „gemeinsam, als Team“ stoppen wollte. Das mussten die Gastgeber aber erst einmal nicht, da sie lieber mit schnell vorgetragenen Angriffen gefährlich wurden. Maolidas Schuss ging nur knapp am Pfosten vorbei, auch Selkes Hereingabe verpasste Richter nur hauchdünn. Der 1. FC Köln hatte zwar mehr Ballbesitz, Hertha aber die gefährlicheren Momente in den ersten zehn Minuten.

Und auch die eigene Abwehrreihe hatte die Worte des Trainers offenbar verinnerlicht, stand gut und bot den offensivstarken Kölnern keine Lücken. Innerhalb von vier Minuten aber kamen die Gäste dem ersten Treffer des Nachmittags allerdings näher als die Gastgeber. Erst ging ein Kopfball des Ex-Herthaners Ondrej Duda knapp vorbei (19.), danach fehlten Marc Uth mit einem Distanzschuss nur Zentimeter (22.) und dann jagte Louis Schaub den Ball aus kurzer Distanz mit seinem schwachen rechten Fuß über das Hertha-Tor (23.). In der bis dahin besten Phase der Gäste aber hatte ausgerechnet Maolida die größte Chance der Partie. Einen tollen Pass von Vladimir Darida nahm der Franzose toll mit, scheiterte allerdings im Eins-gegen-Eins an Kölns Torwart Marvin Schwäbe (28.).

Wer vorne nicht trifft, wird hinten meist bestraft – Hertha kurz darauf gleich doppelt. Erst traf Modeste nach einer Flanke von Uth (29.) völlig freistehend per Kopf und nur drei Minuten später landete ein von Niklas Stark geklärter Ball in den Füßen von Duda, der knapp außerhalb des Strafraums mit seinem Schuss zum 2:0 für die Kölner traf. Knapp 20 Minuten hatte Hertha BSC das Spiel im Griff, leistete sich allerdings gerade im Aufbau zu viele Ballverluste und hatte Glück, dass vor der Halbzeit nicht noch ein weiterer Gegentreffer fiel. Jubelnde Kölner und pfeifende Berliner schickten ihre Mannschaften in die Kabinen.

Schiedsrichterwechsel in der Halbzeit

Auf personelle Wechsel – auf Berliner Seite auch aus Mangel an Alternativen – verzichteten beide Teams. Aber: Schiedsrichter Tobias Stieler musste mit einer Zerrung passen und wurde durch Alexander Sather ersetzt. Am Spiel selbst änderte sich erst einmal nichts. Hertha BSC wurde vom 1. FC Köln weiterhin defensiv gefordert und mehrfach in Bedrängnis gebracht. Entlastung für die Berliner gab es durch gelegentliche Konter, Torgefahr nach Standardsituationen und den ersten Treffer nach ebensolcher. Ein aus dem linken Halbfeld geschlagener Freistoß von Darida wurde immer länger, flog im Strafraum über alle Spieler hinweg und zum 1:2 ins lange Eck (57.).

Hertha presste nun etwas weiter vorn, wollte die Kölner zu Fehlern im Aufbau zwingen und leistete sich selbst einen fast folgenschweren: Bei einer Rückgabe von Stark musste Alexander Schowlow in höchster Not mit einer Parade klären und war auch beim daraus folgenden indirekten Freistoß mit einem starken Reflex hellwach (68.). In der Offensive aber blieb Hertha BSC weiterhin zu ideenlos. In einer Schlussphase, in der es noch um den Ausgleich ging, konnte sich das Team von Tayfun Korkut aber irgendwann nicht mehr auf Konter verlassen, sondern musste auf dem immer schlechter werdenden Untergrund etwas mehr in Offensive investieren. Weil Jan Thielmann in der Nachspielzeit zum 3:1 traf, gab es dafür keinen Ertrag.

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