Protest

Wieder Koran in Schweden verbrannt: Umstrittener Protest soll weitergehen

Abermals verbrennen Demonstranten in Schweden einen Koran. Ähnliche Aktionen sorgten dort jüngst für diplomatische Spannungen mit muslimischen Ländern.

Team News AFP/dpa/BLZ
3 Min
Irakische Aktivisten schänden in Schweden erneut öffentlich einen Koran. 

Irakische Aktivisten schänden in Schweden erneut öffentlich einen Koran. 

© TT/imago

Zwei irakische Aktivisten haben in Schweden erneut einen Koran geschändet. Salwan Momika und Salwan Najem traten vor dem schwedischen Parlament zunächst mit Füßen auf ein Exemplar des den Muslimen heiligen Buches –und zündeten dann mehrere Seiten daraus an. Die Polizei hatte die Demonstration – nicht aber das Verbrennen des Korans – zuvor genehmigt.

„Ich werde (den Koran) so oft verbrennen, bis ihr ihn verbietet“, hatte Najem vor der neuerlichen Aktion am Montag der Zeitung Expressen gesagt. Der schwedische Außenminister Tobias Billstrom kontaktierte nach eigenen Angaben mehrere Mitgliedsländer der Organisation für Islamische Zusammenarbeit und betonte, dass die schwedische Regierung islamfeindliche Aktionen verurteile. Er habe zudem erklärt, dass die Polizei bei der Genehmigungen von Demonstrationen unabhängig sei, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums.

Organisator Najem: Werde Koran so oft verbrennen, bis es verboten ist

Der schwedische Premierminister Ulf Kristersson hatte nach der Koran-Aktion Ende Juni eingeräumt, dass die Risiken für sein Land dadurch gestiegen seien.

Der 37-jährige Momika hatte die Aktionen damit begründet, dass er die schwedische Gesellschaft auf die Gefahr hinweisen wolle, die vom Koran ausgehe. Er soll während der Kämpfe gegen die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) mit einer bewaffneten christlichen Gruppe in Verbindung gestanden haben. Die schwedische Polizei ermittelt gegen ihn wegen Volksverhetzung.

Bei der Aktion am Montag hätten die Männer keine sichtbaren Unterstützer gehabt, meldete die Nachrichtenagentur TT. Etwa 15 Gegendemonstranten hätten gegen die Handlungen protestiert.

Koranverbrennung: Proteste führen zu diplomatischen Spannungen

Die beiden Aktivisten hatten mit zwei ähnlichen Aktionen seit Ende Juni in vielen arabischen Ländern Entsetzen und Wut ausgelöst. Auch die Türkei, die nach langem Widerstand erst kürzlich grünes Licht für den Nato-Beitritt Schwedens gegeben hatte, verurteilte die Koran-Schändung in scharfen Worten.

 Mitte des Monats stürmten hunderte Iraker die schwedische Botschaft in Bagdad und setzten sie in Brand. Etliche Länder im Nahen Osten bestellten die Botschafter Schwedens und Dänemarks ein. Saudi-Arabien und der Irak beriefen ein Treffen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) ein, das ebenfalls am Montag stattfinden sollte.

Das dänische Außenministerium erklärte nun am Sonntag, rechtliche Mittel zu prüfen, um Proteste mit Koran-Verbrennungen zu unterbinden. Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson teilte in einer eigenen Erklärung mit, ein ähnlicher Prozess in seinem Land sei bereits im Gange

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