Bundesgartenschau

Wirbel um Kostüme: Tanzverbot wegen „kultureller Aneignung“ bei der Bundesgartenschau

Das AWO-Ballett wollte auf der Buga tanzen – mit Sombreros oder in Kimonos. Doch darum gibt's jetzt Ärger. Der Vorwurf: Fehlende „interkulturelle Sensibilität“.

Team News Charlotte Pfeifer dpa/cp
3 Min
Sechs der vorgesehenen Kostüme durften nicht vorgeführt werden. Der Vorwurf: Fehlende „interkulturelle Sensibilität“.

Sechs der vorgesehenen Kostüme durften nicht vorgeführt werden. Der Vorwurf: Fehlende „interkulturelle Sensibilität“.

© AWO-Ballett/Erika Schmaltz

Eine eigentlich für mehrere Auftritte auf der Bundesgartenschau (Buga) in Mannheim geplante Kostüm-Show des AWO-Balletts Rheinau sorgt für Aufregung. Nach Worten der Chefin der Truppe, Erika Schmaltz, beanstandet das zuständige Buga-Team wegen zu klischeehafter Darstellung und angeblicher kultureller Aneignung sechs von 14 Kostüme, mit denen die 17 Frauen des Senioren-Balletts in den nächsten Monaten sieben Mal auf der Buga auftreten wollten.

„Wir sollen die spanischen Flamenco-Kostüme, den orientalischen Tanz, den mexikanischen Tanz mit Sombreros und Ponchos, den japanischen Tanz mit Kimonos, den indischen mit Saris und den ägyptischen Tanz, in dem wir als Pharaoninnen verkleidet sind, nicht zeigen“, sagte Schmaltz am Montag. Zuvor hatte die Zeitung Mannheimer Morgen berichtet. Die Buga-Verantwortlichen hätten den Seniorinnen vorgeworfen, mit einigen der Kostüme gegen „interkulturelle Sensibilität“ zu verstoßen.

Unverständnis für Kostüm-Verbot: Buga will Kompromisse finden

„Wir dürfen sechs unserer insgesamt 14 Kostüme nicht vorführen, die wir mit viel Herzblut teilweise selbst geschneidert haben, weil sie offenbar diskriminierend sind“, sagte die Gründerin des Awo-Balletts im Gespräch mit der Bild-Zeitung.

Mitgeteilt worden sei der Truppe dies erst am vergangenen Mittwoch – „obwohl wir die sieben Termine für die Show auf der Buga schon vor Weihnachten von der Buga bekommen hatten“, sagte Schmaltz. Wie es zur Entscheidung der Verantwortlichen gekommen sei, wisse sie nicht. Auch kenne sie die genaue Begründung nicht.

Sechs Kostüme der Ballettgruppe verboten: „Keiner versteht, was das soll“

„Es geht uns darum eine gemeinsame Lösung zu finden“, sagte eine Buga-Sprecherin auf Anfrage, ohne zunächst weitere Details zu nennen. „Das beinhaltet beiderseitiges Entgegenkommen.“ Ein ausführlicheres Statement solle am Nachmittag gegeben werden. Das AWO-Ballett gibt es seit 42 Jahren. Dabei treten die Frauen zwischen 59 und 85 Jahren ehrenamtlich etwa in Altenheimen oder auf Straßenfesten auf.

In der nun diskutierten Show waren unter dem Motto „Weltreise mit dem Traumschiff“ verschiedene Tanzeinlagen mit insgesamt 14 verschiedenen Kostümen geplant. „Wir werden nun überschwemmt mit Anrufen und ermutigenden Zuschriften“, sagte Schmaltz. „Keiner versteht, was das soll.“ Für Dienstag habe sich ein Mitarbeiter der Buga angekündigt, um beim Training zuzuschauen und einen Kompromiss zu finden. „Aber wir zeigen die Show entweder ganz oder gar nicht.“

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