Bioökonomie. Durch ihre Erkenntnisse sollen bessere Resultate bei der ressourcen-schonenden Nutzung von Energie und Rohstoffen möglich werden. Dieses Programm ist, wie vieles auf dem Gebiet von Klimapolitik und Nachhaltigkeit, nicht neu. Schon 1972 verwies eine berühmt gewordene Studie des „Club of Rome“ auf die Grenzen unseres Wachstums. Bereits 1975 forderte der SPD-Politiker Erhard Eppler in seinem Buch „Ende oder Wende“ ein Umdenken im Bereich der Ressourcennutzung.
Seitdem sind mehr als vier Jahrzehnte ins Land gegangen. Die Jüngeren mahnen uns zu Recht, dass wir auf dem Weg zum Ziel in bürokratischen Fesseln und halbherzigen Kompromissen steckenblieben.
Umso wichtiger sind neue Impulse bei der praktischen Umsetzung der umweltpolitischen Agenda. Die Bioökonomie umfasst drei zentrale Anwendungsfelder: Im Gebiet der Wertschöpfung sollen Pflanzen, Tiere und Bodenkulturen durch pfleglichen Umgang mit der Vielfalt der Arten auf nachhaltige Weise genutzt werden.
Bundesregierung hat klimapolitischen Masterplan
Zweitens müssen neue technologische Anwendungen organische Substanzen so verfügbar machen, dass keine Biomasse verloren geht – das gilt für die Herstellung von Futtermitteln ebenso wie für Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs von Kleidung bis zu Kosmetika. Zur Biotechnologie gehören auch globale Projekte wie die Entfernung von Plastik aus den Meeren durch Pumpensysteme, der Erhalt der Bodenreinheit oder die Untersuchung von Mikroorganismen für die Gesundheits- und Ernährungsforschung.
Ein dritter Sektor der Bioökonomie betrifft Gegenstände unseres alltäglichen Lebens, die aus umweltschonenden Materialien hergestellt werden. Hier geht es auch um ein Umdenken im Hinblick auf die Erwartungen, die wir gegenüber alltäglichen Produkten und Verpackungen haben – um jenen Kulturwandel, ohne den die seit 40 Jahren beschworene Wende zum nachhaltigen Wirtschaften nicht gelingen kann.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat bereits im Jahr 2010 eine „NationaleForschungsstrategie BioÖkonomie 2030“ aufgelegt. Sie umfasst die Förderung großer Forschungsvorhaben zur biologischen Vielfalt und zu Nachhaltigkeitszielen. Dieses kluge Programm macht Hoffnung. Ebenso wie der Blick auf viele neue Firmengründungen, für deren Geschäftsmodelle Ökonomie und Biologie keinen Widerspruch, sondern eine Einheit bilden. Der von der Bundesregierung diskutierte klimapolitische Masterplan sollte genau hier ansetzen.
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