Vor einem Jahr waren die Mieten für Wohnungen in Vorzugswohnlagen, das sind die besseren Lagen eines Bezirks, um 4,8 Prozent gestiegen; in einer Standardwohnlage, wozu in der Regel einfache und mittlere Lagen gehören, hatten sich die Mieten um 3,3 Prozent erhöht.
Charlottenburg-Wilmersdorf ist am teuersten
Der aktuelle Immobilienpreisservice des IVD beruht auf rund 2000 tatsächlichen Vertragsabschlüssen sowie auf Angaben von rund 30 Marktreportern. Stichtag für die Erhebung, die seit dem Jahr 2004 jährlich vorgenommen wird, war der 1. Oktober 2012.
In Standardwohnlagen stieg die durchschnittliche Kaltmiete von 6,20 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2011 auf 6,70 Euro im Jahr 2012, in Vorzugswohnlagen zog die Miete von 7,60 auf 8,20 Euro je Quadratmeter an. Spitzenreiter ist der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf mit einer Miete von 10 Euro je Quadratmeter in Vorzugslagen und mit einer Miete von 8,25 Euro in Standardwohnlagen.
Auf den Rängen zwei und drei folgen die Bezirke Mitte und Steglitz-Zehlendorf mit Quadratmeter-Mieten von je 9,75 Euro in Vorzugswohnlagen und von je 7,25 Euro in Standardwohnlagen. Laut IVD sind die höheren Mieten oftmals auf verbesserte Ausstattungen und hochwertige Modernisierungen der Wohnungen zurückzuführen.
Nach wie vor gebe es preiswerte Wohnungen in Berlin, sagte Dirk Wohltorf, Vorstandschef des IVD Berlin-Brandenburg. Dazu gehörten beispielsweise Wohnungen, die von 1950 bis 1978 errichtet worden seien. „Die sind nicht besonders schön“, sagte Wohltorf, aber es regne nicht rein und die Fenster ließen sich öffnen und schließen. Um bezahlbaren Wohnraum für die nächsten Jahre zu sichern, müsse der Wohnungsneubau verstärkt werden, so der IVD.
Berlin braucht mehr Neubauten
Es werde ein Staatssekretär speziell für die Koordinierung des Wohnungsbaues gebraucht. Dieser müsse als Ansprechpartner für Investoren sagen können, welche Flächen für den Wohnungsbau in Frage kommen. Auch über die Nutzung von Kleingartenflächen für den Wohnungsbau müsse diskutiert werden.
Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) setzt sich ebenfalls für den Neubau ein. „Die Mieten spiegeln das rasante Wachstum der Nachfrage nach Wohnraum“, so BBU-Chefin Maren Kern. Deshalb brauche Berlin schnell eine „Neubauförderung und ein gutes Neubauklima, damit auch für breite Schichten der Bevölkerung gebaut werden kann“, forderte Kern.
Der Berliner Mieterverein (BMV) bezeichnete die Mietentwicklung als „dramatisch“. BMV-Geschäftsführer Reiner Wild sagte: „Der Markt spannt sich weiter an – und es gibt noch immer kein Gegenkonzept der Landesregierung.“
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