Wohnungsneubau in Berlin

An der Köpenicker Straße entstehen 160 Wohnungen

Vorn Lärm und hinten Schatten: Das Grazer Architekturbüro Love hat dieses Problem an der Köpenicker Straße gelöst. Dort entstehen 160 Wohnungen.

Uwe Aulich
2 Min
Ein Turm und flache Wohnhäuser: In den Erdgeschossen soll es Läden geben.

Ein Turm und flache Wohnhäuser: In den Erdgeschossen soll es Läden geben.

© Love Architecture Lizenz

Der Architekt Mark Jenewein vom Grazer Büro Love Architecture hat ein feines Gespür, was Berlin fehlt: gute und auch mal überraschende Architektur. Wo andere Architekten klotzen, bietet er eine filigrane Lösung an. So hat es schon mit der Konzernzentrale für den Stromnetzbetreiber 50Hertz in der Europacity am Hauptbahnhof geklappt. Nun legt er einen Entwurf für neue Wohnungen vor, die die Wohnungsbaugesellschaft Mitte an der Köpenicker Straße im Heinrich-Heine-Viertel errichten will.

Jenewein hat das extrem schmale, aber 330 Meter lange Grundstück gereizt. Die Neubauten sollten vor dem langgestreckten zehngeschossigen Plattenbau entstehen. Zudem gibt es das Problem der vielen Clubs in der Gegend, und das Heizkraftwerk Mitte steht gegenüber. „Vorn an der Straße gibt es Lärm. Auf der anderen Seite ist es dunkel, weil im Süden der Zehngeschosser steht. Das Projekt ist deshalb zum Thema Nachverdichtung in der Stadt hochinteressant“, sagt Jenewein.

Plattenbau mit sechs Innenhöfen

Der 47-jährige Architekt, der mit seinem Team und in Kooperation mit dem Büro Architektur Consult aus Graz den Wettbewerb für das WBM-Vorhaben gewonnen hat, errichtet vor dem Plattenbau Häuser mit nur drei Etagen. Sechs kleine Innenhöfe gibt es dazwischen. „Jede Wohnung hat so mindestens eine ruhige Seite zum Hof“, so Jenewein. Gleichzeitig werden die Mieter in dem Plattenbau etwas vom Lärm abgeschirmt. Zudem entsteht an der Ecke Michaelkirchstraße ein Hochhaus mit zwölf Etagen. Wie WBM-Sprecherin Steffi Pianka sagt, werden ab Anfang 2017 insgesamt 160 Wohnungen errichtet. Sie sind 40 bis 110 Quadratmeter groß. Etwa die Hälfte der Wohnungen sollen vom Land gefördert werden, das heißt, die Kaltmiete wird 6,50 Euro pro Quadratmeter betragen. Insgesamt 21,8 Millionen Euro will die WBM investieren. Zudem ist eine Kita mit 45 Plätzen vorgesehen.

Denn in die neuen Wohnungen sollen auch Familien mit Kindern einziehen. „Hier soll niemand sozial isoliert wohnen“, sagt Jenewein, „die Wohnungen gruppieren sich um die Höfe, so dass neue Nachbarschaften entstehen.“

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