Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nimmt am Treffen der Nato-Verteidiger am Mittwoch in Brüssel teil. Wie ein Sprecher des Militärbündnisses mitteilte, wollte Selenskyj zusammen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg vor dem Treffen ein Pressestatement abgeben. Es ist der erste Besuch des ukrainischen Präsidenten im Nato-Hauptquartier seit der russischen Invasion in seinem Land im Februar 2022.
Selenskyj warf Russland in Brüssel vor, das Vorgehen der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas in Israel zu unterstützen. „Wir sind sicher, dass Russland, auf die ein oder andere Weise, die Operationen der Hamas unterstützt“, sagte Selenskyj in einem am Dienstagabend im französischen Fernsehsender France 2 ausgestrahlten Interview. „Russland versucht wirklich, überall in der Welt Aktionen zur Destabilisierung durchzuführen“, fügte er hinzu.
Selenskyj fürchtet Aufmerksamkeitsverlust für Ukraine-Krieg
Zugleich zeigte Selenskyj sich besorgt, dass die internationale Aufmerksamkeit durch die in Israel und Gaza herrschende Gewalt von der Ukraine abgelenkt werde. „Es besteht das Risiko, dass sich die internationale Aufmerksamkeit von der Ukraine abwendet, und das wird Folgen haben“, sagte der ukrainische Präsident dem Sender France 2. Die Tragödien, die sein Land und Israel träfen, seien „unterschiedlich, aber beide sind gewaltig“.
Konkret bat er am Mittwoch in Brüssel vor einem Treffen mit den Verteidigungsministern der Allianz um Luftverteidigungssysteme, Langstreckenraketen und Munition. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sicherte der Ukraine seinerseits anhaltende Unterstützung zu – „denn das ist wirklich wichtig für die gesamte Nato“.
„Wie wir den nächsten Winter überstehen, ist sehr wichtig für uns“, sagte Selenskyj bei einem gemeinsamen Presseauftritt mit Stoltenberg. „Wir bereiten uns gerade darauf vor, wir sind bereit. Jetzt brauchen wir noch etwas Unterstützung, deshalb bin ich heute hier.“ Es ist der erste Besuch des ukrainischen Präsidenten am Sitz des Militärbündnisses seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022.
Die Verbündeten der Ukraine beraten ab Mittwoch in Brüssel über ein Winter-Hilfspaket für das Land. Zum Auftakt des zweitägigen Verteidigungsministertreffens kommen Politiker und Militärvertreter aus rund 50 Ländern zusammen. Die Beratungen im sogenannten Ramstein-Format stehen unter Leitung von US-Verteidigungsminister Lloyd Austin.
Deutschland stockt Militärhilfe für Ukraine auf
Im Anschluss tagt der Nato-Ukraine-Rat erstmals auf Ebene der Verteidigungsminister. Das Gremium war im Juli beim Bündnisgipfel in Litauen gegründet worden, um eine engere Abstimmung der 31 Nato-Länder mit Kiew zu ermöglichen.
Deutschland hatte am Dienstag eine deutliche Aufstockung der Militärhilfe für Kiew angekündigt. Das Luftabwehrpaket, welches das vergangene Woche zugesagte zweite Patriot-Luftabwehrsystem beinhaltet, habe einen Wert von rund einer Milliarde Euro, erklärte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).
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