Womöglich wollte jemand das Denkmal stehlen: Der Bauarbeiter steht nicht mehr sicher

MITTE. Seit 35 Jahren steht der bronzene Bauarbeiter an der Karl-Liebknecht-Straße/Ecke Hirtenstraße - doch nun ist er ins Wanken geraten: Die drei Meter hohe Statue steht schief. Die Bodenplatte, die im Erdreich verankert ist, hat sich an einer Ecke angehoben. Um Passanten zu schützen, wurde das Denkmal weiträumig abgesperrt.Über den Grund des Schiefstandes kann der zuständige Stadtrat Dirk Lamprecht (CDU) nur spekulieren. "Es kann sein, dass die Bauarbeiten in der Gegend schuld daran sind", sagt er. In unmittelbarer Nähe zum Denkmal wurde zunächst ein großes Haus abgerissen, danach rissen Bauarbeiter die Karl-Liebknecht-Straße auf und verlegten Straßenbahngleise. Doch auch etwas anderes kann Lamprecht nicht ausschließen: "Es kann auch sein, dass jemand versucht hat, das Denkmal aus der Verankerung zu reißen, um die Statue zu stehlen."Das Stehlen von Kupfer und Bronze hat zurzeit Hochkonjunktur. Nicht selten rücken die Diebe gleich mit einem Laster an und bringen das Altmetall sofort zum Schrotthändler. In Berlin verschwanden allein im vergangenen Jahr in Marzahn 30 Gullydeckel. Aber auch bei der Deutschen Bahn werden vermehrt Kupferkabel gestohlen.Dass der Bauarbeiter schief steht, hatten Mitarbeiter des Grünflächenamtes am Freitag entdeckt - und die Sperrung veranlasst. Ein Statiker soll nun untersuchen, warum sich das Fundament der Skulptur gehoben hat. Mit einem Ergebnis wird Ende dieser Woche gerechnet.Der von Gerhard Thieme gefertigte Bauarbeiter war den "Bauschaffenden der Hauptstadt" gewidmet. Er ist ein beliebtes Fotomotiv. Aus einem bestimmten Winkel sieht es aus, als halte der Bronzemann die Kugel des Fernsehturms in der leicht geöffneten Hand. Im Volksmund heißt die Statue auch "Goldfinger", weil der Zeigefinger vom vielen Anfassen so glänzt.------------------------------Foto: Der Bauarbeiter steht seit Freitag ...

BLZ
5 Min

MITTE. Seit 35 Jahren steht der bronzene Bauarbeiter an der Karl-Liebknecht-Straße/Ecke Hirtenstraße - doch nun ist er ins Wanken geraten: Die drei Meter hohe Statue steht schief. Die Bodenplatte, die im Erdreich verankert ist, hat sich an einer Ecke angehoben. Um Passanten zu schützen, wurde das Denkmal weiträumig abgesperrt.Über den Grund des Schiefstandes kann der zuständige Stadtrat Dirk Lamprecht (CDU) nur spekulieren. "Es kann sein, dass die Bauarbeiten in der Gegend schuld daran sind", sagt er. In unmittelbarer Nähe zum Denkmal wurde zunächst ein großes Haus abgerissen, danach rissen Bauarbeiter die Karl-Liebknecht-Straße auf und verlegten Straßenbahngleise. Doch auch etwas anderes kann Lamprecht nicht ausschließen: "Es kann auch sein, dass jemand versucht hat, das Denkmal aus der Verankerung zu reißen, um die Statue zu stehlen."Das Stehlen von Kupfer und Bronze hat zurzeit Hochkonjunktur. Nicht selten rücken die Diebe gleich mit einem Laster an und bringen das Altmetall sofort zum Schrotthändler. In Berlin verschwanden allein im vergangenen Jahr in Marzahn 30 Gullydeckel. Aber auch bei der Deutschen Bahn werden vermehrt Kupferkabel gestohlen.Dass der Bauarbeiter schief steht, hatten Mitarbeiter des Grünflächenamtes am Freitag entdeckt - und die Sperrung veranlasst. Ein Statiker soll nun untersuchen, warum sich das Fundament der Skulptur gehoben hat. Mit einem Ergebnis wird Ende dieser Woche gerechnet.Der von Gerhard Thieme gefertigte Bauarbeiter war den "Bauschaffenden der Hauptstadt" gewidmet. Er ist ein beliebtes Fotomotiv. Aus einem bestimmten Winkel sieht es aus, als halte der Bronzemann die Kugel des Fernsehturms in der leicht geöffneten Hand. Im Volksmund heißt die Statue auch "Goldfinger", weil der Zeigefinger vom vielen Anfassen so glänzt.------------------------------Foto: Der Bauarbeiter steht seit Freitag schief.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema